Trockenes Wetter: In Bayern brennt der Saurüsselkopf, in Brandenburg ein ehemaliger Truppenübungsplatz

Datum04.05.2026 11:27

Quellewww.spiegel.de

TLDRTrockenes Wetter befeuert Waldbrände in Deutschland und Tschechien. In Bayern kämpft die Feuerwehr am Saurüsselkopf mit einem unzugänglichen Brand. In Brandenburg brennt ein ehemaliger Truppenübungsplatz, der wegen Munitionsbelastung besonders schwierig zu löschen ist. Auch in Nordrhein-Westfalen und Hessen gab es Brände. Im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz breitet sich ein Feuer trotz massiven Einsatzes weiter aus.

InhaltDas trockene Wetter erhöht die Waldbrandgefahr. Zahlreiche Feuerwehrleute kämpfen an mehreren Orten in Deutschland gegen die Flammen. Hohe Temperaturen, Trockenheit und aufkommender Wind: Bei diesen Bedingungen haben zahlreiche Feuerwehrleute am Wochenende gegen Waldbrände gekämpft. Und an mehreren Orten gehen die Löscharbeiten weiter. Auf dem Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen etwa lodern weiter die Flammen. Auf Bildern ist zu sehen, wie noch immer große Rauchwolken aus einem bewaldeten Berg bei Ruhpolding (Landkreis Traunstein) aufsteigen. "Nach aktueller Einschätzung sind inzwischen rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen", teilt die Gemeinde mit. Die Brandursache ist bislang unklar. Ein aktives Eingreifen sei aufgrund der steilen und schwer zugänglichen Lage des Geländes "nicht zielführend und würde eine Gefährdung für die einzelnen Kräfte darstellen". Feuerwehrleute seien um das Gebiet positioniert, die den Brand aufmerksam beobachten. Für den Morgen sei eine Lageerkundung aus der Luft geplant, hieß es. Auch ein Krisenstab wurde eingerichtet. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Gemeinde nicht. Die Behörden riefen dazu auf, das Gebiet zu meiden und Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten. Die entstehende Rauchsäule könnte allerdings zu einem leichten Ascheregen im Bereich südlich und östlich der Chiemgau Arena führen. Die Gemeinde empfiehlt, Fenster und Türen im genannten Bereich geschlossen zu halten und Aufenthalte im Freien nach Möglichkeit zu reduzieren. Der Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen breitet sich aktuell nicht weiter aus. Nach Angaben der Behörden ist er aber bisher nicht unter Kontrolle. "Das Wetter ist unberechenbar", schreibt die Feuerwehr bei X. Es müsse mit Windböen gerechnet werden. Von dem Waldbrand betroffen ist eine Fläche von inzwischen etwas weniger als einem Quadratkilometer. Der Nationalpark unweit der Elbe ist bei Touristen und Wanderern beliebt. Vor Ort sind mehr als 400 Feuerwehrleute sowie weitere Kräfte von Polizei, Armee und Rettungsdienst im Einsatz. Mindestens acht Helikopter sollen Wasser aus der Luft abwerfen. Zwei mittelgroße Transporthubschrauber des Typs Sikorsky UH-60 Black Hawk sollen gegen Mittag zur Unterstützung aus der benachbarten Slowakei eintreffen. Das Feuer war am Samstag aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Erschwert wird der Einsatz im schwer zugänglichen Gelände durch Hitze, Trockenheit und Wind. In Tschechien hofft man nun auf Niederschläge, mit denen spätestens am Dienstag gerechnet wird. Der tschechische Regierungschef Andrej Babiš dankte den Feuerwehrleuten bei X für ihren Mut. "Sie sind wieder in der Böhmischen Schweiz im Einsatz, um die Natur und das Eigentum der Menschen zu schützen", schreibt der 71-Jährige. Der Nationalpark Böhmische Schweiz wurde im Jahr 2000 ausgerufen und umfasst eine Fläche von rund 79 Quadratkilometern. Wichtigstes Wahrzeichen ist das Prebischtor, eine der größten natürlichen Felsbrücken Europas. In Brandenburg, wo auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog die bislang größte Waldfläche der Saison brennt, verschärfte sich die Lage am Sonntagnachmittag. Der seit Freitag lodernde Waldbrand breitete sich auf mehr als 110 Hektar aus. Wegen des kräftigen Windes sei mit einer Ausdehnung des Feuers zu rechnen, sagte Antje Wurz aus dem geschäftsführenden Vorstand der Wildnisstiftung, die Eigentümerin der Fläche ist. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz – heute ein Naturschutzgebiet – sei eine Fläche von rund 113 Hektar betroffen. Das sei am Sonntagvormittag per Drohne gemessen worden. "Es ist außergewöhnlich, dass es so früh im Jahr einen solchen Waldbrand gibt", meinte die Forstwissenschaftlerin Wurz. Auf der Fläche hatte es in früheren Jahren bereits gebrannt. Das Feuer entstand am Freitagnachmittag in dem mit Munition stark belasteten Gebiet. Zunächst waren es laut Feuerwehr nur um die 2,5 Hektar. Wegen im Boden liegender Munition gestaltet sich die Brandbekämpfung schwierig, immer wieder kommt es zu Detonationen. Einsatzkräfte setzen auf Schutzstreifen, um das Feuer einzudämmen. Auch in Nordrhein-Westfalen kam es am Wochenende wegen mehrerer Wald- und Unterholzbrände zu großen Löscharbeiten. Feuerwehrleute waren am Sonntag den dritten Tag in Folge in einem unwegsamen Gelände in Attendorn im Sauerland im Einsatz. Der dortige Wald- und Vegetationsbrand war zwar seit Samstag unter Kontrolle, aber es werde bei den Nachlöscharbeiten noch nach Glutnestern gesucht, sagte ein Sprecher. Betroffen seien 41.000 Quadratmeter. Die Suche nach Brandnestern mithilfe einer Drohne sei am Sonntagmorgen weitergegangen und werde die Feuerwehr wohl noch bis Montag beschäftigen. Auch im Südwesten kam es zu Waldbränden. In Hessen flammte ein Brand nahe Romrod im Vogelsbergkreis wieder auf. Betroffen war einem Polizeisprecher zufolge eine Fläche von rund einem Hektar. Als Ursache vermutet die Polizei fahrlässige Brandstiftung, zeitweise musste die Bundesstraße 49 gesperrt werden. In Rheinland-Pfalz sorgte ein Waldbrand in unwegsamem und steilem Gelände im Landkreis Altenkirchen für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Nach Behördenangaben kämpften Hunderte Einsatzkräfte nahe Friesenhagen auf rund vier Hektar gegen die Flammen.