Daten für Lernangebote: Gläserne Schüler? Elternvertreter besorgt über Datenerhebung

Datum04.05.2026 11:16

Quellewww.zeit.de

TLDRThüringer Elternvertreter äußern Bedenken bezüglich einer umfassenden Datenerhebung zu Schülern zur Verbesserung von Lernangeboten, inspiriert von einer Reise des Bildungsministers nach Kanada. Sie befürchten eine ständige Bewertung und einen Vergleich der Schüler, was zu erhöhtem Leistungsdruck und Stress führen kann, und warnen vor einem "gläsernen Schüler". Die Elternvertretung fordert daher, auf eine flächendeckende Datenspeicherung zu verzichten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Daten für Lernangebote“. Lesen Sie jetzt „Gläserne Schüler? Elternvertreter besorgt über Datenerhebung“. Thüringer Elternvertreter sehen eine mögliche Orientierung am kanadischen Modell im Umgang mit Schülerdaten kritisch. "Was als Instrument zur Verbesserung von Bildung dargestellt wird, birgt erhebliche Risiken für Kinder und Jugendliche", teilte die Landeselternvertretung in Erfurt mit. Wenn Kinder dauerhaft bewertet und verglichen würden, verstärke dies den Leistungsdruck im Schulalltag und setze Schülerinnen und Schüler unter Stress, so die Sorge der Elternvertreter. "Eine systematische Erfassung von Leistungsdaten über die gesamte Schullaufbahn hinweg führt in der Konsequenz zum „gläsernen Schüler“." Die Landeselternvertretung forderte, "auf eine flächendeckende Datenspeicherung zu verzichten". Hintergrund der Debatte ist eine Reise von Thüringens Bildungsminister Christian Tischner nach Kanada in der vergangenen Woche, wo er sich Anregungen zu datengestützter Schulentwicklung holen wollte. Der CDU-Politiker hatte vor Beginn seiner Reise signalisiert, dass er sich auch in Thüringen vorstellen kann, dass mit Hilfe von Daten - vom Kindergarten bis zum Schulabschluss - individuelle Lernangebote entwickelt werden könnten, um die Bildungsqualität zu verbessern.  Tischner führte unter anderem an, dass in Deutschland der Bildungserfolg noch stark von der Herkunft abhängig ist, also ob ein Kind beispielsweise Akademiker als Eltern hat oder aus einem eher bildungsfernen Haushalt kommt. Seiner Einschätzung nach könne das kanadische Modell hier helfen. © dpa-infocom, dpa:260504-930-30535/1