French Open: »Tiefe Enttäuschung« – Tennis-Stars klagen über zu niedriges Preisgeld

Datum04.05.2026 10:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRTennisstars, darunter Weltranglistenerste Sinner und Sabalenka, protestieren gegen das Preisgeld der French Open. Sie äußerten "tiefe Enttäuschung" über die geplante Erhöhung um 9,5%, da die Einnahmen des Turniers stärker gestiegen sind. Die Spieler fordern 22 Prozent der Einnahmen, wie bei anderen Turnieren, und kritisieren die Ignoranz gegenüber Renten-, Mutterschafts- und Mitbestimmungsfragen.

Inhalt395 Millionen Euro im Jahr 2025: Die Umsatzentwicklung der French Open ist höher als die des Preisgeldes, klagen internationale Tennis-Stars. Sie fordern mehr Geld. Tennis-Stars um die beiden Weltranglistenersten Jannik Sinner und Aryna Sabalenka haben im Kampf um höhere Preisgelder den Druck auf die Grand-Slam-Turniere erhöht. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, äußerten die Profis in einem Brief an die Veranstalter von Roland Garros ihre "tiefe Enttäuschung" über das geplante Preisgeld bei den kommenden French Open (18. Mai bis 7. Juni). Bereits im vergangenen Jahr hatten nahezu alle Topspieler zwei ähnliche Briefe an die Verantwortlichen der Grand-Slam-Turniere unterzeichnet. Darin hatten sie eine Erhöhung des Preisgelds, Einzahlungen in einen Fonds zur Verbesserung von Renten- und Mutterschaftsleistungen sowie Mitspracherechte bei Entscheidungen gefordert. Die Briefe gaben das Ziel aus, wie bei den neun 1000er-Turnieren 22 Prozent der Erlöse an die Spieler weiterzugeben. Die Ankündigung von Roland Garros, das Preisgeld um 9,5 Prozent anzuheben, sei dementsprechend nicht ausreichend. Demnach hätten die French Open im vergangenen Jahr 395 Millionen Euro erwirtschaftet, was einem Plus von 14 Prozent entspräche. Die Dotierung sei jedoch nur um 5,4 Prozent gestiegen, der Spieleranteil an den Einnahmen betrug somit nur noch 14,3 Prozent. Auch in diesem Jahr dürfte der Anteil der Profis unter 15 Prozent liegen. Sieger und Siegerin bei den French Open bekommen in diesem Jahr 2,8 Millionen Euro. Damit liegt das Turnier in Paris vor den Australien Open (2,38 Millionen im Jahr 2026), aber hinter den beiden weiteren Grand-Slam-Turnieren in Wimbledon (3,5 Millionen im Jahr 2025) und den US Open (4,3 Millionen im Jahr 2025). Die unterlegenen Finalteilnehmer bekommen immerhin 1,4 Millionen Euro, die Halbfinalisten 750.000 Euro. Für die Teilnahme an der ersten Runde gibt es 85.000 Euro. Der Brief bemängelte darüber hinaus, dass Roland Garros die anderen von den Spielern aufgeworfenen Themen ignoriere. "Die Ankündigung trägt in keiner Weise den strukturellen Problemen Rechnung, die die Spieler im vergangenen Jahr konsequent und berechtigterweise angesprochen haben", hieß es.