Autoindustrie meldet schlechte Stimmung und fehlende Vorprodukte

Datum04.05.2026 09:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie deutsche Autoindustrie ist pessimistisch gestimmt. Eine Ifo-Umfrage zeigt einen Rückgang der Geschäftserwartungen auf minus 30,7 Punkte. Zusätzlich belasten Materialengpässe, insbesondere durch die Irankrise, die Branche. Die Ankündigung von Präsident Trump, Autozölle auf EU-Fahrzeuge zu erhöhen, verschärft die Situation weiter, mit potenziell enormen Kosten für Hersteller und Verbraucher.

InhaltDonald Trumps neue Zollankündigung trifft auf eine ohnehin pessimistische deutsche Autoindustrie, wie eine Ifo-Umfrage zeigt. Hinzu kommt Materialknappheit infolge des Irankriegs. Mit der Ankündigung von höheren Zöllen auf Autos aus der EU hat Donald Trump der deutschen Wirtschaft erneut einen Schlag versetzt. Eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zeigt, dass sich die Stimmung in der Automobilindustrie hierzulande schon vor Trumps neuer Strafaktion verschlechtert hat. Das Barometer ​fiel im April auf minus 23,8 Punkte, von minus 19,0 Zählern im März, wie das Ifo-Institut ‌mitteilte. Die Unternehmen bewerteten zwar ihre aktuelle Geschäftslage besser, blicken aber erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Das Barometer für die Geschäftserwartungen fiel auf minus 30,7 Punkte, von minus 15,3 Punkten im März. "Die Automobilindustrie schafft es nicht aus der Krise heraus", erklärte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl. "Die Irankrise belastet die ohnehin geschwächte Autoindustrie zusätzlich", sagte Wölfl. Denn in der Branche machten sich erste Anzeichen von Materialknappheit bemerkbar. Bei 9,3 Prozent der Unternehmen fehlten im April wichtige Vorprodukte, im März waren es noch knapp ein Prozent. "Die Irankrise beeinträchtigt etwa ‌die Produktion und Lieferung von Helium", sagt Wölfl. Dieses Edelgas sei direkt und indirekt für die Automobilproduktion wichtig. Helium wird zum Beispiel in der Chipproduktion, für ‌Airbags, bei der Metallbearbeitung und der ​Leckortung von Batterien verwendet. Die EU ‌bezieht mit etwa 40 Prozent einen bedeutenden Anteil ihres Heliumbedarfs ‌aus Katar, ​verwies das Ifo-Institut auf Daten der Deutschen Rohstoffagentur. Die Forscher verwiesen zudem auf indirekte Wirkungen aus der Irankrise, die sich ​in den gesunkenen Geschäftserwartungen niederschlagen würden: ⁠Die generelle Unsicherheit bei Unternehmen und ​Haushalten steigt. "Zusammen ​mit den hohen Energiepreisen könnte dies für Kaufzurückhaltung beim Kauf von Neuwagen sorgen", so das Ifo-Institut. Seit Freitag kommt ein neuer Belastungsfaktor hinzu. US-Präsident Trump hat angekündigt, die Einfuhrzölle für Fahrzeuge aus der ⁠Europäischen Union ⁠schon in dieser Woche von 15 auf 25 Prozent heraufzusetzen . "Die Kosten durch diese zusätzlichen Zölle wären für die deutsche sowie europäische Automobilindustrie in ohnehin sehr herausfordernden Zeiten enorm, hätten ‌aber wahrscheinlich auch Auswirkungen auf die Verbraucherinnen und Verbraucher in ​den USA", ‌sagte die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller.