Datum04.05.2026 05:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDie 37. "Kulturelle Landpartie" im Wendland findet vom 14. bis 25. Mai statt, mit dem Motto "Zusammen.Wirken!". Tausende Kunstinteressierte werden erwartet. Neben Kunstausstellungen und Veranstaltungen gibt es eine politische Botschaft, die an den Widerstand gegen Gorleben und das gestärkte Demokratieverständnis erinnert. Kritische Aktionen gegen die Atomlagerung sind weiterhin Teil des Programms.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tourismus und Kunst“. Lesen Sie jetzt „Kunst und Theater - Politische 37. "Kulturelle Landpartie"“. Kunst und Klamauk: Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten verwandelt sich das Wendland in eine große Kulturlandschaft. An 78 verschiedenen Orten laden Ausstellungen, Vorführungen und Vorträge zum Entdecken ein. Tausende Kunstinteressierte werden vom 14. Mai an zur 37. "Kulturellen Landpartie" (KLP) erwartet. Das Motto: "Zusammen.Wirken!". In den Vorjahren stand das Thema Rechtsextremismus im Landkreis Lüchow-Dannenberg im Fokus, auch dieses Mal gibt es eine politische Botschaft. "Der Gorleben-Widerstand hat nicht nur das Endlager verhindert, sondern auch nachhaltig das Demokratieverständnis gestärkt", heißt es von den Veranstaltern, "herzlich willkommen im Demokratie-Labor Wendland". Das Interesse ist groß, der 300 Seiten umfassende handliche Reisebegleiter ist ausverkauft. "Das macht uns Hoffnung", sagt KLP-Sprecherin Eva Bothe. Unter den Anreisenden seien viele junge Leute, bei den Veranstaltungen gebe es mehr Konzerte als je zuvor. An den zwölf Tagen von Himmelfahrt bis Pfingstmontag rechnen die Veranstalter wieder mit 45.000 Auswärtigen. "Das sind fast so viele, wie der Landkreis Einwohner hat", sagt Bothe mit Verweis auf die rund 50.000 Einheimischen. Bis zum 25. Mai werden auf Höfen, in Künstlerateliers und in Bäckereien Aktionen und Ausstellungen angeboten. Früher verbanden der Protest gegen Atomkraft und die Demonstrationen in Gorleben die politisch engagierten Bewohner. Entstanden ist die "Kulturelle Landpartie" 1989 aus der Widerstandsszene gegen die Atomenergie. Auch dieses Jahr wird es kritische Aktionen gegen die Lagerung der Castor-Behälter geben. "In Gorleben gibt es ein Zwischenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle und immer noch Atommülltransporte. Daneben stehen 113 Behälter mit hoch radioaktiven Abfällen", schreibt die Bürgerinitiative (BI). Die Lagerstätte verliere 2034 ihre Genehmigung. Es soll eine Verlängerung geben. "Gorleben wird die Blaupause sein für alle Zwischenlager in der Republik, die nachfolgend ihre Genehmigung verlieren und in die Verlängerung gehen müssen." Selbst die Endlagerung sei im Wendland noch Thema, auch wenn Gorleben aus der Suche ausgeschieden sei. Die BI ruft zur kulturellen Widerstandspartie am Freitag (22. Mai, 14.00 Uhr) in der Nähe des Bergwerks auf. Live-Musik wird auf zwei Bühnen geboten, dazu gibt es Workshops, Infostände und Theater. Die BI präsentiert erstmals ein Infozelt in Gedelitz in der Gemeinde Trebel. Fast täglich wird es Fahrradtouren und am Wochenende Treckertouren zu den Atomanlagen geben. Der Anreise- und Pendelverkehr zwischen den Ausstellern hat in den vergangenen Jahren immer stärker zugenommen, viele Interessierte kommen mit dem Auto. Wegen der Sperrung auf der Strecke Hamburg - Hannover fährt die Bahn nicht nach Dannenberg. "Es gibt dafür mehr Busse, auch Expressbusse mit nur wenigen Haltestellen", berichtet Bothe. Die KLP bietet an mehreren Orten einen eigenen Fahrradverleih für zwölf Euro pro Tag an. © dpa-infocom, dpa:260504-930-29458/1