Datum04.05.2026 05:34
Quellewww.zeit.de
TLDRUnion Berlin hat den Klassenerhalt in der Bundesliga gesichert. Nach einer turbulenten Saison mit Trainerwechseln und der kurzzeitigen Amtszeit von Marie-Louise Eta als Chefin des Männerteams, steht nun die Trainersuche für die nächste Saison an. Horst Heldt muss eine Mannschaft umbauen, bei der Leistungsträger den Verein verlassen könnten und die offensiv schwach agiert. Ein neuer Trainer und gezielte Verstärkungen sind nötig, um die Lücke nach Ex-Coach Urs Fischer zu schließen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fußball-Bundesliga“. Lesen Sie jetzt „Nach der Sofa-Rettung: So geht es weiter bei Union Berlin“. Union Berlin hat das verflixte siebte Jahr in der Fußball-Bundesliga überstanden. Die Eisernen sind auch in der kommenden Saison in der obersten Spielklasse dabei. Sinnbildlich machten die Köpenicker in einem Post ihrer Social-Media-Abteilung einen dicken Haken an die neue Saison. Mehr als das traditionelle Minimalziel war nicht drin. Nun warten auf die Club-Führung um Präsident Dirk Zingler und Geschäftsführer Horst Heldt wichtige Aufgaben. Das steht an bei Union Berlin: Das passte zum Union-Ideal. Ex-Trainer Urs Fischer, mit dem einst der Weg bis in die Champions League gelang, feierte mit Mainz 05 durch das 2:1 beim FC St. Pauli selbst den Klassenverbleib und ermöglichte den Berlinern die vorzeitige Rettung. Nun trifft man sich am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) in Rheinhessen zum sportlich nicht mehr maßgeblichen Duell und kann sich gegenseitig gratulieren. Der Saisonabschluss folgt dann am 16. Mai (15.30 Uhr/Sky) mit dem letzten Heimspiel im Stadion an der Alten Försterei gegen den FC Augsburg. Auch die bayerischen Schwaben haben keine Sorgen oder Ambitionen mehr. Es spricht also einiges für eine kleine Sause mit den Fans vom Balkon der Arena aus. Fünf Spiele als Chefin hatte Marie-Louise Eta versprochen bekommen. Mehr werden es wohl kaum werden. Zingler hatte schon versichert, dass die 34-Jährige wie zuvor geplant im Sommer das Frauen-Team übernimmt. Dann ist die viel diskutierte und sogar international beachtete Premiere einer Cheftrainerin in der Männer-Bundesliga schon wieder Geschichte. Die bisherigen Ergebnisse (2 Niederlagen, ein Remis) lösten auch keine Euphorie aus, die Eta im Amt halten würde. Also muss Heldt ran. Nach Bo Svensson und Steffen Baumgart muss er wieder einen Trainer suchen. Die Fischer-Lücke konnte seit 2023 bislang keiner gänzlich schließen. Ein Kandidat soll der beim Karlsruher SC scheidende Christian Eichner sein. Union wird keine Unsummen investieren können. Aber die Mannschaft steht wieder einmal vor einem größeren Umbau. Die Abwehrgrößen Danilho Doekhi und Diogo Leite zieht es schon länger Richtung Ausland. Mögliche Millionenofferten könnten Spielraum geben. Rani Khedira, der mit Tunesien zur WM fährt, soll auf der Wunschliste bei Borussia Mönchengladbach stehen. Fußballerisch gab es unter Baumgart keine Weiterentwicklung. Das Union-System ist von den Gegnern schon lange entschlüsselt. Und im Angriff muss etwas geschehen. 13 Stürmertore gelangen in Summe Ilyas Ansah (5), Oliver Burke (5), Andrej Ilic (2) und Livan Burcu (1) - und damit nur ein Treffer mehr als alle Union-Verteidigern zusammen. Heldt steht vor einem geschäftigen Sommer. © dpa-infocom, dpa:260504-930-29487/1