Tiere in MV: Waschbären vermehren sich rasant - und bedrohen andere Tiere

Datum04.05.2026 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Mecklenburg-Vorpommern breiten sich Waschbären rasant aus und stellen eine Bedrohung für heimische Arten dar, darunter Sumpfschildkröten, Amphibien und Vögel. Die invasive Art ist stark im Vormarsch, wie steigende Jagdstrecken und erhöhte Mittel für Fallen zeigen. Das Land unterstützt Jäger bei der Eindämmung, um die Artenvielfalt zu schützen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tiere in MV“. Lesen Sie jetzt „Waschbären vermehren sich rasant - und bedrohen andere Tiere“. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr Waschbären. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Raubtierart hat sich rasch ausgebreitet und lebt inzwischen nahezu flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern, teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit. Einst auch zur Pelzgewinnung in Farmen gezüchtet, verbreiteten sie sich in ganz Deutschland.  Waschbären dürfen in Mecklenburg-Vorpommern von Jägerinnen und Jägern gejagt werden. Die Streckenlisten steigen: Laut Ministerium wurden im Jagdjahr 2022/23 18.287 Waschbären erlegt, im Jagdjahr 2023/24 bereits 21.939. "Im aktuellen Jagdjahr wird mit einer weiteren Steigerung gerechnet, da der Einsatz von Nachtsichttechnik bei der Bejagung mit der Novelle des Jagdgesetzes legitimiert wurde." Zudem haben Jägerinnen und Jäger demnach mehr Mittel aus der Jagdabgabe für Fallen und Fallenmelder beantragt. Waren es im Jahr 2023 noch 6.650 Euro, wurden 2024 bereits 10.700 Euro beantragt. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Anschaffung von Fallen. Die intensive Bejagung sorge "für einen gesunden und artenreichen Wildbestand, angepasst an den Lebensraum" und schütze vom Waschbär bedrohte Arten.  Die Ausbreitung der Tiere wirke sich laut Sprecherin negativ auf heimische Artenvielfalt aus. "So geraten zum Beispiel Sumpfschildkröten, die nur noch in wenigen Schutzgebieten vorkommen, unter massiven Druck und müssen durch aufwendige Maßnahmen vor dem Aussterben geschützt werden." Ähnliches gelte für andere Amphibien und manche Vogelarten. Belege dafür, dass durch Waschbären bereits Tiere oder Pflanzen ausgestorben sind, lägen nicht vor. "In der Regel ist der Mensch das größte Problem", teilte die Sprecherin mit.  Der Waschbär sei eine in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesene "invasive gebietsfremde Art von unionsweiter Bedeutung". Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts leben Waschbären laut Ministerium auch in Deutschland. Bevorzugt leben die Tiere in gewässerreichen Mischwäldern und sind sehr anpassungsfähig - sie besiedeln auch Agrarlandschaften und urbane Bereiche. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes breitet sich der Waschbär vor allem im Nordosten und in der Mitte Deutschlands aus. In einigen Bundesländern gebe es schon mehr Waschbären als Rotfüchse. Das Raubtier fresse Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche. Die invasive Art bedrohe weltweit die biologische Vielfalt. © dpa-infocom, dpa:260504-930-29347/1