»Krimineller Akt«: Kubas Präsident attackiert Trumps Übernahmedrohung

Datum03.05.2026 19:58

Quellewww.spiegel.de

TLDRKubas Präsident Miguel Díaz-Canel bezeichnete Trumps Übernahmedrohungen als "drastischen kriminellen Akt". Er fordert internationale Solidarität. Parallel dazu verschärfen die USA ihre Sanktionen gegen Kuba, was die schwere Wirtschaftskrise des Landes weiter verschärft. Hunderttausende Kubaner demonstrierten gegen das US-Embargo. Kuba verteidigt seine Souveränität entschieden.

InhaltDer kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Neue Sanktionen verschärfen derweil die Lage der kubanischen Bevölkerung. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump scharf zurückgewiesen. In einem Beitrag auf der Plattform X hat er sie als "drastischen kriminellen Akt" bezeichnet. Trump verschärfe seine Rhetorik in Richtung militärischer Aggression gegen Kuba in einem "gefährlichen und beispiellosen Ausmaß". Díaz-Canel forderte die internationale Gemeinschaft und die US-Bevölkerung auf, Stellung zu beziehen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Der US-Präsident hatte zuletzt erneut eine mögliche Übernahme Kubas ins Spiel gebracht. Zuvor hatte er Kuba bereits als "gescheiterten Staat" bezeichnet und angekündigt, das Land "besuchen" zu wollen, sobald ein möglicher Konflikt mit Iran beendet sei. Parallel dazu weitete die US-Regierung ihre Sanktionen gegen das sozialistische Land aus. Díaz-Canel erklärte, Kuba werde sich keinem Aggressor beugen. Stattdessen werde jeder Angreifer auf eine Bevölkerung treffen, die entschlossen sei, ihre Souveränität "auf jedem Zentimeter" des Staatsgebiets zu verteidigen. Am Tag der Arbeit demonstrierten in Havanna Hunderttausende Menschen gegen das US-Embargo und die Drohungen aus Washington. Nach offiziellen Angaben nahmen mehr als 500.000 Personen an einer Kundgebung vor der US-Botschaft teil, darunter Díaz-Canel und der ehemalige Staatschef Raúl Castro. Erst am Freitag verhängte US-Präsident Donald Trump weitere Sanktionen gegen Vertreter von Regierung und Wirtschaft in Kuba, darunter Akteure aus den Bereichen Energie, Finanzen und Sicherheit. Den Betroffenen drohen Einreiseverbote sowie mögliche Strafmaßnahmen gegen internationale Banken, die mit ihnen zusammenarbeiten. Kuba steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Verschärft wird die Lage durch massive Energieengpässe, die unter anderem auf eine seit Januar geltende Ölblockade der USA zurückgeführt werden. Immer wieder kommt es zu stundenlangen Stromausfällen. Zudem mangelt es an Treibstoff, Lebensmitteln und Alltagsgütern.