Tankrabatt: ADAC sieht Autofahrer weiterhin nicht vollständig entlastet

Datum03.05.2026 16:19

Quellewww.zeit.de

TLDRDer ADAC kritisiert, dass Autofahrer trotz Tankrabatt nicht vollständig entlastet werden. Zwar seien die Spritpreise kurzzeitig gesunken, stiegen aber bereits wieder an, obwohl Rohölpreise niedriger sind. Das Kartellamt beobachtet die Entwicklung und rät zur Nutzung von Preisvergleichs-Apps, da starke regionale und standortabhängige Preisunterschiede bestehen. Der Rabatt gilt bis Juni.

InhaltDie Spritsteuersenkung wird nach Einschätzung des ADAC und Kartellamtes weiter nicht voll an die Verbraucher weitergegeben. Die Entwicklung gehe in eine falsche Richtung. Bisher profitieren nach Beobachtung des ADAC Autofahrerinnen und Autofahrer weiterhin nicht vollständig vom Tankrabatt. Nach Angaben des Kartellamts gaben die Preise vom 30. April auf den 1. Mai im bundesweiten Schnitt um knapp 13 Cent nach. Am 2. Mai ging es demnach aber wieder herauf. Diesel kostete am Samstag (14.00 Uhr) im Schnitt 2,15 Euro pro Liter – etwa 4,5 Cent mehr als zur selben Zeit am Vortag. Super E10 kostete 2,05 Euro und damit 4 Cent mehr. Zum 1. Mai waren die Spritsteuern um 16,7 Cent abgesenkt worden. Laut ADAC sind die Kraftstoffpreise somit nach wie vor zu hoch, da zusätzlich auch die Rohölpreise niedriger seien als Ende April. Unverständlich sei daher, dass die Benzin- und Dieselpreise aktuell wieder stiegen. Am Sonntagmorgen um 8.00 Uhr seien die Preise höher gewesen als am Samstag zur gleichen Zeit. "Damit geht die Entwicklung erneut in eine falsche Richtung", sagte eine Sprecherin des Klubs. Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sagte, seine Behörde werde die Preisentwicklung genau überwachen. Autofahrer sollten die zum Teil erheblichen Preisunterschiede nutzen. Apps zum Preisvergleich würden den Weg zur preiswerten Tankstelle weisen. Die Preiskurven variierten gerade stärker als sonst. "Manche Tankstellen haben die Preise sehr stark erhöht, andere nicht oder fast gar nicht." Das Niveau war am Samstagvormittag in Süddeutschland um etwa 5 bis 7 Cent geringer als in Mittel- und Norddeutschland, erläuterte das Amt. Grund seien regionale Unterschiede bei Raffinerie- und Großhandelspreisen. Der Branchenverband Fuels und Energie hatte zum Start des Tankrabatts zugesichert, dass die volle Steuersenkung bei den Kunden ankommen soll. Die Branche wies aber auch darauf hin, dass sich anfangs bei vielen Tankstellen noch Kraftstoff befindet, der nach den alten Steuersätzen abgerechnet wurde. Entscheidend für den Steuernachlass ist nicht der Verkauf an der Tankstelle, sondern der Moment, in dem Kraftstoffe Tanklager oder Raffinerien verlassen. Der Steuerrabatt zur Entlastung von den stark gestiegenen Spritpreisen infolge des Irankriegs soll für zwei Monate bis Ende Juni gelten.