Witwe über den Tod von Xatar: »Das ist ein Schlag ins Gesicht. Man wird zu Pulver«

Datum03.05.2026 15:37

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Witwe des Rappers Xatar, Farvah Hajabi, sprach in einem TV-Talk über den plötzlichen Tod ihres Mannes im Mai 2025. Sie beschreibt ihren Verlust als "Schlag ins Gesicht" und das Gefühl, alles verloren zu haben. Hajabi thematisierte den widersprüchlichen Charakter Xatars, der einerseits als Gangsterrapper bekannt war und im Gefängnis saß, andererseits zuhause ein liebevoller Mensch war. Sie habe das risikoreiche Leben ihres Mannes und dessen Ende immer befürchtet.

InhaltSie hat das Ende immer gesehen: In einem TV-Talk berichtet Farvah Hajabi, die Witwe des Rappers Xatar, über dessen Tod - und wie präsent ihr Mann noch immer in ihrem Leben sei. "Ich habe in diesem Moment alles verloren, was ich selber bin. Das ist ein Schlag ins Gesicht. Man wird zu Pulver." So beschreibt Farvah Hajabi den Augenblick, als sie erfuhr, dass ihr Mann, der Hip-Hop-Star Xatar, gestorben war. Das war im Mai 2025, da erlitt Giwar Hajabis, wie der Rapper kurdischer Herkunft bürgerlich hieß, einen Herzstillstand. Er wurde 43 Jahre alt. "Ich habe in diesem Moment alles verloren, was ich selber bin", so Farvah Hajabi. "Ich glaube, wenn das so überraschend und unerwartet ist, dann wartet man jede Sekunde, teilweise bis heute darauf, dass man doch endlich wach wird." Die 35-Jährige sprach in dem NDR-Talkformat "deep und deutlich"  über ihren Verlust. Der NDR war auch an der Produktion eines Dokudreiteilers über Xatar  beteiligt, der gerade in der ARD-Mediathek zum Abruf bereitgestellt wurde. Darin wird das Bild von einem widersprüchlichen Menschen gezeichnet. Von einem Straßenkid mit Hochschulreife, von einem Gangsterrapper mit Hochkulturaffinität. Nach einem Goldraub saß er fünf Jahre lang im Gefängnis . Es war in der Phase der Dreharbeiten, als er an Herzversagen starb. Im Talk erzählt Farvah Hajabi auch vom Feingeist hinter der Gangsterfassade - allerdings ohne Dinge zu beschönigen. Mehrmals macht sie darauf aufmerksam, wie sehr die teilweise kriminelle Karriere ihres Mannes sie beunruhigte. Zuhause aber war er demnach ein anderer. Der Giwar, den sie kannte, "hatte nichs mit Kriminalität und schwerer Körperverletzung zu tun." Er hätte eine, wie sie es formuliert, "unfassbare Aura" gehabt. Allerdings sei ihr immer klar gewesen, wie riskant sein Leben gewesen sei. Sie erinnert sich so: "Es war schwer. Weíl ich das Ende gesehen hab." Auch ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes scheint Farvah Hajabi noch nicht in einem neuen Leben angekommen. Sie sagt: "Alles, was Giwar so hinterlassen hat bei uns zu Hause, alles steht noch genauso da. Also nichts, nicht mal ein Salzstreuer, den er irgendwo hingestellt hat, wurde bewegt."