Adventskonzert: FDP kritisiert hohe Ausgaben der Landesregierung um Hendrik Wüst

Datum03.05.2026 11:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie FDP kritisiert die Kosten von fast 129.000 Euro für ein Adventskonzert der NRW-Landesregierung. Angesichts hoher Schulden und knapper Kassen hält FDP-Politiker Ralf Witzel die Ausgaben für unangemessen, insbesondere die Kosten für das künstlerische Programm. Er fordert die Landesregierung auf, bei der eigenen Repräsentation Sparpotenzial zu nutzen, da hohe Ausgaben für einen kleinen Gästekreis in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht mehr zeitgemäß seien.

InhaltEs kamen rund 500 Gäste: Im Dezember organisierte Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ein Adventskonzert in einer Kirche. Nun liegt die Endabrechnung vor. Wie viel darf die Vorfreude auf Weihnachten kosten? Wie viel darf eine Landesregierung in Zeiten knapper Kassen für ein Adventskonzert ausgeben? Offenbar nicht so viel wie die nordrhein-westfälischen Landesregierung um Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im vergangenen Dezember ausgegeben hat. Die FDP kritisiert die Kosten für das Adventskonzert der NRW-Landesregierung. Laut Staatskanzlei beträgt die Endabrechnung 128.682,50 Euro. "In Zeiten trauriger Rekordschulden sollte die Landesregierung selbst mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Ausgaben auf den Prüfstand stellen", sagte der FDP-Haushaltsexperte Ralf Witzel. Im Februar hatte es bereits Aufsehen um die Kosten für das Adventskonzert der bayerischen Landesregierung gegeben, zu dem Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unter anderem Florian Silbereisen eingeladen hatte. Wie eine Anfrage der Grünen im bayerischen Landtag ergeben hatte, lagen die Kosten bei 130.000 Euro. Die Grünen – in Bayern in der Opposition – hatten das kritisiert. 80 Prozent der Kosten für Künstler Tatsächlich war das Konzert der schwarz-grünen NRW-Regierung fast genauso teuer wie das bei Söder. Wie ein Sprecher der Staatskanzlei in Düsseldorf sagte, waren die Kosten für das Konzert am 13. Dezember in der Viersener St. Cornelius-Kirche in etwa genauso hoch wie 2024 und 2023. "Die Kosten für das künstlerische Programm machen etwas mehr als 80 Prozent der Gesamtkosten aus", sagte der Sprecher. Dazu kämen organisatorische Kosten. Der FDP-Abgeordnete Witzel sagte mit Blick auf den Landeshaushalt: "Insbesondere bei der eigenen Repräsentation gibt es noch viel Sparpotential. Hohe Ausgaben für einen nur kleinen exklusiven Gästekreis passen angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Probleme unseres Landes nicht mehr in die heutige Zeit." Laut Staatskanzlei waren in der Kirche rund 500 Gäste anwesend. Bundesweit hätten 619.000 Menschen "die Liveübertragung im WDR-Fernsehen und zudem auch im WDR-Radio verfolgt". Vor der Kirche sei das Konzert auf einer Großbildleinwand mit mehreren Hundert Zuschauern übertragen worden. Fotografen, Friseur, Make-up: Lesen Sie hier, für was Politikerinnen und Politiker sonst noch so Geld aus der Staatskasse verwenden.