Datum03.05.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Mecklenburg-Vorpommern wurden letztes Jahr 100 Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Amtsgerichten beigelegt, leicht weniger als im Vorjahr. Dies zeigt, dass das Zusammenleben trotz gefühlt rauerer Töne friedlicher ist als angenommen. Justizministerin Bernhardt lobte die ehrenamtlichen Schlichter und appellierte an die Bürger, zu reden, da Gerichte solche Konflikte oft nicht lösen können.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Justiz“. Lesen Sie jetzt „Dutzende Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Gericht erledigt“. Zahlreiche Streitigkeiten zwischen Nachbarn haben in Mecklenburg-Vorpommern erneut zu Zivilverfahren an Amtsgerichten geführt. Im vergangenen Jahr wurden 100 Nachbarschaftsstreitigkeiten an den zehn Amtsgerichten im Land erledigt, wie das Justizministerium in Schwerin mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es mit 105 noch etwas mehr. Insgesamt wurden an den Amtsgerichten rund 10.850 Zivilverfahren erledigt im vergangenen Jahr, 2024 waren es etwa 120 weniger. Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) sagte: "Das Zusammenleben in der Nachbarschaft ist offensichtlich weiterhin friedlicher, als so manches Gefühl erahnen lässt. Auch wenn wir in vielen Situationen meinen, dass der Ton rauer geworden ist, so spiegelt sich das nicht in Nachbarschaftsstreitigkeiten wider." Großen Anteil am friedlichen Zusammenleben und an Kompromissen am Gartenzaun hätten oftmals die ehrenamtlichen Schlichterinnen und Schlichter, sagte Bernhardt. "Den rund 220 Schiedsleuten in den 119 Schiedsstellen der Kommunen gilt dabei großer Dank. Gerade wurden am Amtsgericht Rostock acht neue ehrenamtliche Schiedsleute verpflichtet." Die Ministerin appellierte, miteinander zu reden. Ein Gerichtsurteil könne die Streitigkeiten in der Nachbarschaft oftmals nicht lösen. Im Nordosten gibt es Amtsgerichte in Neubrandenburg, Pasewalk, Waren, Güstrow, Rostock, Ludwigslust, Schwerin, Wismar, Greifswald und Stralsund. © dpa-infocom, dpa:260503-930-25909/1