Datum03.05.2026 03:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Ifo-Präsident warnt vor einer Rezession in Deutschland im Jahr 2026, falls die USA ihre geplanten Zölle auf EU-Autos erhöhen und die EU mit Gegenzöllen reagiert. Dies würde einen neuen Handelskrieg auslösen, der die deutsche Automobilindustrie zusätzlich belastet. Die EU-Kommission behält sich alle Optionen vor, um ihre Interessen zu schützen, während ein Berater der Bundesregierung zur Zurückhaltung rät.
InhaltAb kommender Woche will Washington die Zölle auf Autos und Lkw aus der EU deutlich erhöhen. Was passiert, falls Brüssel mit Gegenzöllen reagiert? Das Ifo-Institut malt ein düsteres Szenario für die deutsche Wirtschaft. Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnt angesichts drohender neuer US-Zölle vor erheblichen Risiken für die deutsche Wirtschaft. Der Ökonom befürchtet ernsthafte Folgen, sollte die EU ihrerseits Zölle auf US-Produkte erheben. Fuest sagte der "Bild"-Zeitung: "Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession." US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag eine deutliche Erhöhung der Einfuhrzölle auf Fahrzeuge aus der EU angekündigt. Die USA wollen demnach Zölle auf Auto- und Lastwagenimporte aus der EU in die USA von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Die neuen Sätze sollen ab kommender Woche gelten (mehr dazu hier ). Laut Fuest treffen die Zollerhöhungen die deutsche Autoindustrie "in einer ohnehin schwierigen Lage". Deutschland ist für einen großen Teil der Autoexporte aus der EU verantwortlich und würde von höheren Zöllen vermutlich hart getroffen werden. Eine Sprecherin der für die Handelspolitik der Staatengemeinschaft zuständigen EU-Kommission erklärte am Samstag: Sollten die USA die höheren Zölle einführen, behalte man sich "alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen". Jens Südekum, Ökonom und Berater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), riet der EU via "Bild", erst mal abzuwarten. Zunächst solle geprüft werden, ob die angekündigten US-Zölle tatsächlich erhoben würden, sagte Südekum. Brüssel riet er für den Fall des Eintretens zu "angemessenen Gegenmaßnahmen". Die EU und die USA hatten im September 2025 ein umfassendes Handelsabkommen für zahlreiche Bereiche geschlossen. Damit sollte auch eine rückwirkende Senkung der Zölle für EU-Autoexporte in die USA von zuvor 27,5 Prozent auf 15 Prozent einhergehen. Trumps Ankündigung erfolgte nun kurz nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den US-Präsidenten scharf kritisiert hatte (mehr dazu hier ). Trump forderte Merz daraufhin auf, sich auf die Beendigung des Ukrainekriegs zu konzentrieren, anstatt sich in die Angelegenheiten Irans "einzumischen". Zudem solle Merz "sein marodes Land in Ordnung bringen", erklärte Trump am Donnerstag.