US-Strafzölle: Ifo-Institut warnt vor Rezession in Deutschland

Datum03.05.2026 03:10

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Ifo-Institut warnt vor einer drohenden Rezession in Deutschland bis 2026, falls die EU auf US-Zollerhöhungen auf Autos mit Gegenmaßnahmen reagiert. Die angekündigten 25-Prozent-Zölle der USA treffen die ohnehin angeschlagene deutsche Autoindustrie besonders hart. Laut Ifo-Präsident Fuest könnten diese Zölle als Beginn eines Wirtschaftskrieges gegen Deutschland interpretiert werden.

InhaltEin Handelskrieg mit den USA würde Deutschland schwächen, warnt Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die neuen Zölle träfen die Autoindustrie in einer ohnehin schwierigen Lage. Nach der Ankündigung höherer US-Zölle auf Autos aus der EU hat das Münchener Ifo-Institut vor negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland noch in diesem Jahr gewarnt, sollte die EU ihrerseits mit Zöllen auf US-Produkte reagieren. "Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest der Bild-Zeitung. US-Präsident Trump hatte am Freitag eine deutliche Erhöhung der Einfuhrzölle auf Fahrzeuge aus der EU angekündigt. Die USA wollen demnach Zölle auf Auto- und Lastwagenimporte aus der EU in die USA von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Der neue Satz soll ab kommender Woche gelten. Laut Ifo-Chef Fuest treffen die Zollerhöhungen die deutsche Autoindustrie "in einer ohnehin schwierigen Lage". Deutschland ist für einen großen Teil der Autoexporte aus der EU verantwortlich und würde von höheren Zöllen vermutlich hart getroffen werden. Die geplante Erhöhung auf 25 Prozent lasse sich als "Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland" interpretieren, sagte der auf die Autoindustrie spezialisierte Wirtschaftswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer. Der Ökonom und Berater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), Jens Südekum, sagte der Bild-Zeitung, die EU solle zunächst abwarten, ob die erhöhten Zölle wirklich erhoben würden. Der EU riet er für den Fall des Eintretens zu "angemessenen Gegenmaßnahmen". Trumps Zollankündigung erfolgte, kurz nachdem er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisiert hatte. Trump forderte Merz auf, sich auf die Beendigung des Ukraine-Kriegs zu konzentrieren, anstatt sich in die Angelegenheiten des Iran "einzumischen". Zudem solle Merz "sein marodes Land in Ordnung bringen", hatte der US-Präsident am Donnerstag in Onlinemedien geäußert.