Nationalmannschaft der Männer: China verliert Spiel bei Tischtennis-WM – erstmals seit 26 Jahren

Datum03.05.2026 01:01

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie chinesische Tischtennis-Nationalmannschaft der Männer verlor erstmals seit 26 Jahren ein WM-Spiel gegen Südkorea. Dies wird mit dem Karriereende von Topspielern und einer jüngeren Generation erklärt, die laut deutschem Sportvorstand "angreifbarer" sei. Die deutschen Teams starteten mit wechselhaftem Erfolg in die WM, wobei die Männer überraschend gegen Japan gewannen, aber gegen Frankreich verloren.

InhaltDie chinesische Männer-Nationalmannschaft galt im Tischtennis seit Jahrzehnten als praktisch unschlagbar. Jetzt scheint die Dominanz zu bröckeln. Aus Deutschland kommt dafür eine recht simple Erklärung. Chinas Tischtennis-Nationalmannschaft der Männer hat zum ersten Mal seit 26 Jahren ein WM-Spiel verloren. Die Tischtennis-Weltmacht unterlag bei der Team-Weltmeisterschaft in London in ihrem zweiten Gruppenspiel mit 1:3 gegen Südkorea. Zuletzt hatten die Chinesen auf diesem Niveau eine Niederlage im Weltmeisterschaftsfinale 2000 in Kuala Lumpur kassiert. Damals hieß der Gegner Schweden. Dass die chinesische Dominanz zumindest bei den Männern endet, hatte sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet. Mit Ma Long und dem Bundesligaprofi Fan Zhendong vom 1. FC Saarbrücken beendeten die Einzel-Weltmeister und -Olympiasieger von 2015 bis 2024 ihre Karrieren in der Nationalmannschaft. Neben dem aktuellen Weltmeister Wang Chuqin gibt es nur noch einen weiteren Spieler aus China in den Top 10 der Weltrangliste. "Ich will nicht sagen, dass der Serien-Weltmeister China ins Straucheln geraten ist. Aber er wirkt ein bisschen angreifbarer", sagte der deutsche Sportvorstand Richard Prause. "Die Chinesen sind nicht unkaputtbar. Auch sie müssen mit ihren Kräften haushalten. Sie haben eine sehr junge Generation. Und auch in China fallen die Talente nicht von den Bäumen." Die deutschen Tischtennis-Teams sind derweil mit drei Siegen und einer Niederlage in die Mannschafts-WM in London  gestartet. Die deutschen Männer sorgten zunächst für eine Überraschung und gewannen ihr erstes Spiel gegen den Titelkandidaten Japan mit 3:2. Am Abend verloren Dang Qiu, Benedikt Duda und Dimitrij Ovtcharov mit 1:3 gegen den Europameister Frankreich. Die deutschen Frauen hatten in der Wembley Arena den leichteren Auftakt: Die Europameisterinnen von 2025 besiegten Frankreich mit 3:1 und England mit 3:0. "Bei der EM habe ich das erste Spiel auch mit 3:2 gewonnen und danach war es eine sensationelle EM. Hoffen wir, dass es sich hier auch so entwickelt", sagte die 19-jährige Annett Kaufmann nach ihrem ersten Turniereinsatz gegen die Gastgeberinnen. In London wurde 1926 die erste Tischtennis-WM ausgetragen. Zum diesjährigen Jubiläum führte der Weltverband ITTF einen vielfach kritisierten neuen Modus ein. In der ersten Woche spielten bei den Männern und Frauen jeweils 56 Mannschaften in 14 Vierergruppen zunächst die 24 Teilnehmer an der K.-o.-Runde aus. Die besten sieben Teams der Welt sowie Gastgeber England greifen erst an diesem Wochenende in das Turnier ein. Sie spielen in zwei weiteren Vierergruppen lediglich ihre Platzierung in der Setzliste für die am Montag beginnende K.-o.-Runde aus. Ausscheiden können die deutschen Frauen und die deutschen Männer nach ihrer Gruppenphase noch nicht. Der deutsche Verband beschwerte sich vor der WM in einem offiziellen Brief an die ITTF über das neue Format. Es sei zu lang, zu kompliziert und belaste die Spielerinnen und Spieler zu stark. "Das neue WM-System ist sehr schwierig", sagte auch der frühere Weltranglistenerste Dimitrij Ovtcharov. "Du kannst die ersten drei Spiele verlieren und immer noch Weltmeister werden. Du kannst aber auch alle drei gewinnen und hast noch nichts erreicht."