Datum02.05.2026 23:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRZehntausende feierten am Wochenende eine illegale Technoparty auf einem ehemaligen Militärgelände in Frankreich. Die Veranstalter wählten den Ort als Protest gegen verschärfte Maßnahmen gegen Raves. Behörden waren mit einem Großeinsatz vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten und Delikte zu verfolgen. Es gab Warnungen vor Blindgängern, und tatsächlich musste eine Granate entschärft werden. Mehrere Personen wurden wegen Drogen- oder Verkehrsdelikten belangt.
InhaltTrotz Warnungen vor Blindgängern und Großeinsatz der Behörden haben Zehntausende einen illegalen Rave auf einem ehemaligen Militärgelände in Frankreich gefeiert – die Antwort auf verschärfte Maßnahmen gegen illegale Technopartys. Zehntausende Menschen haben am Samstag an einem nicht genehmigten Rave auf einem Militärgelände in Frankreich teilgenommen, trotz eindringlicher Warnungen vor möglichen Blindgängern. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur AFP. Die Veranstaltung in Cornusse, in der Nähe von Bourges, im Zentrum des Landes, hatte bereits am Freitag begonnen. Ein Kollektiv aus der Technoszene bezifferte die Zahl der Teilnehmenden am Samstag auf 35.000 bis 40.000 Personen aus Frankreich und den Nachbarländern. Die Behörden betonten, dass sie sich ungeachtet der Illegalität der Veranstaltung um Sicherheitsmaßnahmen bemühten. Ziel sei es gewesen, Beeinträchtigungen – insbesondere für Anwohner – möglichst gering zu halten. Insgesamt waren etwa 600 Polizeikräfte sowie 45 Feuerwehrleute im Einsatz. Seit Freitagnachmittag registrierten die Behörden mehr als 30 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie über 26 Verkehrsdelikte. Zudem wurden zwölf Personen leicht verletzt und vier weitere vorübergehend festgenommen. Ein Vertreter der Regionalverwaltung warnte vor erheblichen Gefahren auf dem Gelände. Dieses werde seit rund 150 Jahren militärisch genutzt, weshalb weiterhin mit nicht explodierter Munition, darunter alte Artilleriegeschosse, gerechnet werden müsse. Besucher wurden ausdrücklich dazu aufgefordert, angrenzende Waldgebiete zu meiden. Am Samstag mussten zudem Sprengstoffexperten eingreifen, nachdem nahe einer Straße auf dem Veranstaltungsgelände eine Granate entdeckt worden war. Für viele Teilnehmende hatte die Veranstaltung auch eine politische Dimension: Bourges sei als Ort für die Party ausgesucht worden, weil dort Laurent Nuñez, der französische Innenminister, geboren wurde. Eine 19-jährige Besucherin erklärte, der Rave sei ein Ausdruck des Protests gegen verschärfte Maßnahmen gegen illegale Technopartys. Es handle sich um "eine starke Botschaft gegen Unterdrückung".