Datum02.05.2026 15:06
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Norwegen wurde ein Rekordfund von über 3000 Silbermünzen aus der Wikingerzeit (ca. 980-1050 n. Chr.) entdeckt. Der Großteil der Münzen stammt aus Deutschland und England. Die Entdecker zeigten vorbildliches Verhalten, indem sie die Behörden informierten. Archäologen vermuten, dass der Schatz um das Jahr 1000 vergraben wurde. Weitere Ausgrabungen sind geplant, um den Fundort zu untersuchen und Hintergründe zu klären.
InhaltÜber 3000 Geldstücke: Norwegische Sondengänger sind auf einem Acker auf wertvolle, etwa tausend Jahre alte Münzen gestoßen. Das Verhalten der Finder sei vorbildlich gewesen, loben Archäologen. "Das ist ein gänzlich einzigartiger Fund – so etwas erlebt man wohl nur einmal in einer Karriere", freut sich Archäologin May‑Tove Smiseth. In Norwegen ist ein wertvoller Münzschatz aus der Wikingerzeit entdeckt worden. Nach aktuellen Analysen handelt es sich um den bisher größten Fund dieser Art in der Geschichte von Norwegen. Mittlerweile wurden 3150 Silbermünzen an der Fundstelle im Südosten von Norwegen geborgen, genauer in der Nähe von Rena in Østerdalen. Die Geldstücke gehören in die Zeit zwischen 980 und 1050 nach Christus – die Ära der Wikinger. Die meisten Münzen stammen aus Deutschland und England, weitere aus Dänemark und Norwegen. Einige Münzen wurden etwa unter den Herrschern Knut dem Mächtigen geprägt, Æthelred II., Otto III. und Harald Hardråde. Um das Jahr 1000 waren in Norwegen noch hauptsächlich ausländische Münzen im Umlauf, weil es zu dieser Zeit dort noch kein nationales Münzwesen gab. Das änderte sich erst unter Harald Hardråde, der zwischen 1046 und 1066 König von Norwegen war. Der Münzschatz wurde etwa zu dieser Zeit vergraben, vermuten die norwegischen Experten. "Jetzt ist es wichtig, dass Fachleute diesen Fund gründlich untersuchen und so viel wie möglich herausfinden", sagte eine der Verantwortlichen, Hanna Geiran. Weitere Ausgrabungen sind bereits geplant, um festzustellen, ob womöglich noch weitere Münzen an dem Platz versteckt sind; und ob die einstigen Besitzer Spuren hinterlassen haben, die verraten, warum der wertvolle Schatz einst vergraben worden ist. Damit der Fundplatz nicht zerstört wird, ist das Gebiet für die weiteren Untersuchungen für die Öffentlichkeit gesperrt. Gefunden hatten den Schatz zwei geschulte Privatpersonen, die das Feld Mitte April mit Metalldetektoren abgegangen waren. Nachdem sie 19 Münzen entdeckt hatten, vermuteten sie einen Schatz, brachen die Suche ab und benachrichtigten die zuständigen Archäologen der Provinzverwaltung. "Das ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie es gemacht werden sollte", lobte Archäologin Smiseth. Die Sondengänger seien sehr kooperativ gewesen und hätten so aktiv dazu beigetragen, dass der Fund bestmöglich gesichert und dokumentiert werden konnte. Ein Teil der Münzen befindet sich inzwischen im kulturhistorischen Museum in Oslo. Es kommt immer wieder vor, dass Hunderte, teils Tausende Münzen aus vergangenen Jahrhunderten gefunden werden. Fachleute haben mehrere Vermutungen, was hinter den sogenannten Hortfunden stecken könnte: Womöglich sind die Schätze eine Art Spardose – versteckt für schlechte Zeiten. Vielleicht starben die Besitzer, bevor sie die Münzen wieder ausgraben konnten oder vergaßen, wo genau sie diese versteckt hatten. Denkbar ist auch, dass wertvolle Gegenstände wie Münzen als Opfer vergraben wurden. Im vergangenen Jahr entdeckten Hobby-Schatzsucher im Landkreis Hildesheim einen etwa 2000 Jahre alten römischen Silberschatz. Doch Achtung, wer in Deutschland auf ein archäologisches Artefakt stößt, darf es in der Regel nicht einfach behalten, sondern muss den Fund melden. Viele Denkmalämter bieten zudem Kurse für private Sondengänger an. So wird sichergestellt, dass wertvolle Informationen bei der Bergung nicht verloren gehen. Wikinger brachten viele Länder an den Rand des Abgrunds, dann verschwanden sie im Dunkel der Geschichte. Warum? Und waren sie wirklich rückständige Barbaren? Die Antworten lesen Sie hier.