Fussball-WM: Irans Fußballverband will bei Krisentreffen WM-Teilnahme besprechen

Datum02.05.2026 10:07

Quellewww.zeit.de

TLDRDer iranische Fußballverband reist zur FIFA, um die Bedingungen für die WM-Teilnahme zu klären. Grund sind Vorfälle bei der Anreise zur FIFA-Kongress, bei denen sich die iranische Delegation beleidigt fühlte. Der Verband fordert Garantien bezüglich politischer Kommentare, der Flaggenführung und der Sicherheit. Die FIFA und US-Präsident Trump haben derweil ihre Unterstützung für die Teilnahme des Iran signalisiert.

InhaltDer iranische Fußballverband schickt eine Delegation zur Fifa nach Zürich. Er möchte klären, unter welchen die Bedingungen sein Team bei der WM in den USA startet. Vertreter des iranischen Fußballverbands wollen heikle Fragen ihrer Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA mit der Fifa klären. Der Präsident des iranischen Fußballverbands FFIRI, Mehdi Tadsch, kündigte an, eine Delegation werde deshalb am 20. Mai zum Sitz der Fifa nach Zürich reisen. Als einziges Mitgliedsland der Fifa hatte der Iran nicht am Kongress des Weltverbandes im kandadischen Vancouver teilgenommen, nachdem es bei der Einreise seiner Delegation auf dem internationalen Flughafen von Toronto zu einem Eklat gekommen war. "Ich habe die Fifa noch nie so schwach erlebt", kritisierte Verbandschef Mehdi Tadsch laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Anstatt gegen "Beleidigungen und Erniedrigungen gegenüber dem Iran" vorzugehen, lasse sich die Fifa von der Politik einschüchtern und begnüge sich mit "rein verbalen Verurteilungen".  In Toronto wurde Tadsch nach eigenen Angaben zu Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden befragt und zwei Stunden festgehalten. Der Iran sei beleidigt worden, kritisierte der Verbandschef. Danach habe die dreiköpfige Delegation sich entschieden abzureisen. Die Revolutionsgarde gilt in Kanada als terroristische Vereinigung. Tadsch hat eine Vergangenheit in deren Geheimdienst.  Der Iran will nach den Worten von Tadsch unter anderem sicherstellen, dass es bei den Spielen keine politischen Kommentare gegen die Mannschaft oder den Verband gibt, dass die offizielle Flagge der Islamischen Republik – und nicht die nationale Flagge der Opposition – gehisst wird und dass Spielern, Trainerstab und Funktionären umfassende Sicherheit garantiert wird. "Das muss uns die Fifa zusichern, und nur unter diesen Bedingungen werden wir teilnehmen", sagte der Funktionär. US-Präsident Donald Trump hatte gesagt, er lasse Fifa-Chef Gianni Infantino bei der Entscheidung über eine Teilnahme des Iran bei der Fußball-WM freie Hand. "Ich finde, lassen wir sie spielen", sagte Trump. Zuvor hatte Infantino beim Kongress des Weltverbands in Vancouver versichert, dass der Iran bei der WM im Sommer dabei sein werde. Die WM findet vom 11. Juni an in Kanada, Mexiko und den USA statt. Auch der Iran hat sich qualifiziert und soll in der Gruppenphase auf Neuseeland, Belgien und Ägypten treffen. Das iranische Team soll am 15. Juni gegen Neuseeland in die WM starten. Die Spiele sind in Los Angeles und in Seattle angesetzt. In den USA leben mehr als eine Million Iraner, die meisten von ihnen gelten als Gegner der jetzigen Führung.