Luftverkehr: US-Billigflieger Spirit stellt Betrieb ein

Datum02.05.2026 09:18

Quellewww.zeit.de

TLDRDer US-Billigflieger Spirit Airlines stellt seinen Betrieb ein, nachdem staatliche Rettungsversuche scheiterten. Die Regierung Trump bot eine finanzielle Spritze im Austausch für hohe Unternehmensanteile an, was jedoch an Uneinigkeit mit anderen Geldgebern scheiterte. Spirit befand sich bereits in einem zweiten Insolvenzverfahren, verschärft durch gestiegene Kerosinpreise und ein angeblich fragwürdiges Geschäftsmodell. Eine geplante Übernahme durch JetBlue war zuvor gerichtlich blockiert worden.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Luftverkehr“. Lesen Sie jetzt „US-Billigflieger Spirit stellt Betrieb ein“. Der US-Billigflieger Spirit Airlines ist trotz Rettungsversuchen der Regierung von Präsident Donald Trump am Ende. Die geordnete Einstellung des Flugbetriebs habe begonnen, teilte die Fluggesellschaft mit. Alle Flüge seien gestrichen und der Kundenservice nicht länger verfügbar. Trump hatte eine Lösung ins Gespräch gebracht, bei der der amerikanische Staat im Gegenzug für einen rettenden Kredit Anteile an Spirit übernehmen sollte.  Laut Medienberichten ging es um eine Finanzspritze von rund 500 Millionen US-Dollar, nach der die Regierung einen Anteil von bis zu 90 Prozent an Spirit hätte bekommen können. Trump betonte, dass der Staat als vorrangiger Gläubiger behandelt werden sollte. Berichten zufolge waren andere Geldgeber nicht mit den Konditionen einverstanden und die Gespräche wurden ergebnislos beendet.  Seit August vergangenen Jahres war Spirit bereits im zweiten Insolvenzverfahren binnen kurzer Zeit. Ursprünglich wollte die Airlines es im Sommer mit niedrigeren Schulden verlassen. Doch dann wurden diese Pläne durch die als Folge des Iran-Krieges stark gestiegenen Kerosinpreise torpediert. Laut Medienberichten saßen an verschiedenen US-Flughäfen noch hunderte Passagiere fest, deren Flüge in der Nacht zum Samstag gehen sollte. Andere Airlines kündigten an, den Menschen unter die Arme greifen zu wollen. Die Krise bei Spirit gilt als hausgemacht. Der Chef des deutlich größeren Konkurrenten United Airlines, Scott Kirby, sagte etwa, das Problem liege im Geschäftsmodell - und die hohen Kerosinpreise hätten die Entwicklung nur beschleunigt. Spirit sollte 2022 vom Rivalen JetBlue übernommen werden - aber Wettbewerbshüter der damaligen Regierung von Präsident Joe Biden zogen dagegen vor Gericht und ein Richter blockierte den Deal. Die US-Regierung hatte zwar die Luftfahrt-Industrie in Krisenzeiten etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder in der Corona-Pandemie gestützt - ein Eingreifen zugunsten eines einzelnen Unternehmens wäre aber eine ungewöhnliche Aktion.  Trump hatte in seiner zweiten Amtszeit allerdings erhöhte Bereitschaft demonstriert, den Staat Anteile an Unternehmen im Gegenzug für Finanzhilfen übernehmen zu lassen. So bekam die US-Regierung einen Anteil von rund zehn Prozent am Chipriesen Intel als Ausgleich für bereits zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen. © dpa-infocom, dpa:260502-930-23032/1