Datum02.05.2026 08:06
Quellewww.zeit.de
TLDRWirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt davor, Urlaubsflüge angesichts knapper und teurer werdenden Kerosins staatlich zu subventionieren. Sie argumentiert, dass stattdessen die Urlaubsplanung angepasst werden müsse, anstatt Schulden auf Kosten zukünftiger Generationen zu machen. Der bereits beschlossene Tankrabatt sei ein sozial ungerechter Fehler, da er einkommensstarke Haushalte überproportional begünstige. Schnitzer plädiert für gezielte Hilfen für Bedürftige und für Preissignale, die zur Reduzierung des Verbrauchs anregen.
InhaltKerosin ist knapp, Urlaubsflüge könnten teurer werden. Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer fordert, lieber Ferienpläne zu ändern, als dass der Staat Schulden macht. Der Staat darf nach Ansicht der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer keine Schulden aufnehmen, um angesichts steigender Kerosinpreise Urlaubsflüge zu subventionieren. "Ich sehe schon mit Beginn der Sommerferien die nächste Rabatt-Diskussion aufziehen, schließlich wird Kerosin knapper und teurer", sagte Schnitzer der "Augsburger Allgemeinen". "Aber man kann, auch ohne zu fliegen, einen schönen Urlaub machen." Wenn es nicht mehr genug Kerosin gebe, müssten Urlaubspläne geändert werden. "Wir können nicht den Sommerurlaub durch Schulden auf Kosten unserer Kinder subventionieren." Die Ökonomin leitet das Gremium der sogenannten Wirtschaftsweisen, ein Expertengremium, das die Bundesregierung berät. Den bereits beschlossenen Tankrabatt nannte sie einen großen und sozial ungerechten Fehler. "Denn reichere Menschen mit großen Autos, die viel Benzin verbrauchen, profitieren überproportional von der Senkung der Mineralölsteuer", argumentierte sie. Staatliche Unterstützung solle stattdessen gezielt an Bedürftige fließen. Der Rabatt sende das falsche Signal, da hohe Preise Knappheit signalisierten. "Die Menschen sollten dieses Preissignal deshalb spüren und ihren Verbrauch einschränken", sagte Schnitzer. Ein Tempolimit oder Maßnahmen wie die autofreien Sonntage während der Ölkrise 1973 könnten dabei helfen. Dieser Text wird weiter aktualisiert.