Mifepriston: US-Gericht verbietet Versand von Pille zum Schwangerschaftsabbruch

Datum02.05.2026 06:17

Quellewww.zeit.de

TLDREin US-Berufungsgericht hat vorläufig den Versand von Mifepriston, einem Mittel zum Schwangerschaftsabbruch, untersagt. Die Entscheidung stützt sich auf eine Klage des Bundesstaates Louisiana gegen die FDA. Dies schränkt den Zugang zu Abbrüchen weiter ein, insbesondere in Staaten mit strengen Verboten. Gegen die Entscheidung wird voraussichtlich vor dem Obersten Gerichtshof Berufung eingelegt. Mifepriston ist entscheidend für viele Abtreibungen in den USA.

InhaltDas Mittel Mifepriston ist für viele Frauen in den USA eine der letzten Möglichkeiten eine Schwangerschaft zu beenden. Jetzt hat ein Gericht den Versand untersagt. Ein US-Berufungsgericht hat vorläufig den Versand des Mittels Mifepriston untersagt, das für den Abbruch von Schwangerschaften benutzt wird. Per einstweiliger Verfügung gab das Gericht der Klage des Bundesstaates Louisiana statt, der gegen die US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA geklagt hatte. Die FDA hatte 2023 entschieden, dass Frauen das Mittel per Tele-Medizin verschrieben bekommen können und nicht persönlich beim Arzt erscheinen müssen. Es wird erwartet, dass gegen die Entscheidung Berufung vor dem Obersten Gerichtshof der USA eingelegt wird. Sollte die Entscheidung bestand haben, würde sie die Möglichkeiten für Frauen, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen weiter erheblich einschränken. 2022 kippte der Oberste Gerichtshof das landesweite Recht auf Schwangerschaftsabbrüche. In der Folge erließen etliche Bundesstaaten teilweise äußerst harte Verbote. Eine der strengsten Regelungen gilt in Louisiana. Dort sind Schwangerschaftsabbrüche fast gänzlich untersagt, selbst in Fällen von Vergewaltigung und Inzest. Das gilt auch für medikamentöse Abbrüche. Für viele Frauen in Bundesstaaten mit restriktiven Regelungen ist die Lieferung des Medikaments per Post die einzige Möglichkeit einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Mifepriston wird in den USA bei den meisten Schwangerschaftsabbrüchen eingesetzt. Gegner in den USA streben schon seit langem danach, dass der Zugang zu dem in Deutschland unter dem Namen Mifegyne verbreiteten Präparat eingeschränkt wird. Louisianas Generalstaatsanwältin Liz Murrill begrüßte jetzt die Entscheidung des Berufungsgerichts als "Sieg für das Leben". Die Vorsitzende der Frauenrechtsorganisation Center for Reproductive Rights, Nancy Northup, erklärte dagegen, es gehe darum, "Abtreibungen so schwierig, teuer und unzugänglich wie möglich zu machen". Die FDA hatte das Mittel im Jahr 2000 zugelassen. Früher musste die Pille in einer medizinischen Einrichtung eingenommen werden. Die Regierung des früheren US-Präsidenten Joe Biden hatte es aber 2021 erlaubt, dass das Medikament auch von Tele-Medizinern verschrieben und per Post zugeschickt werden kann. Mifepriston wird in den USA üblicherweise zusammen mit dem Mittel Misoprostol verwendet, um Schwangerschaften zu beenden. Misoprostol kann allerdings auch alleine eingesetzt werden und ist von dem Urteil nicht betroffen. Auch aus dem Ausland können sich Frauen in den USA sowohl Mifepriston als auch Misprostol weiterhin bestellen.