Tiere: Neuer Parasit bedroht bald Bayerns Bienen

Datum02.05.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Tropilaelaps-Milbe, ein neuer, hochgefährlicher Parasit aus Asien, bedroht Bayerns Bienen stark. Sie schädigt die Brut intensiver als die Varroamilbe und kann ganze Völker destabilisieren. Das Institut für Bienenkunde forscht intensiv an Bekämpfungsstrategien, wobei Ameisensäure und Brutpausen vielversprechend erscheinen. Eine frühzeitige Sensibilisierung der bayerischen Imker ist entscheidend, um das Überleben der Bienen zu sichern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tiere“. Lesen Sie jetzt „Neuer Parasit bedroht bald Bayerns Bienen“. Milben, Hornissen und allerlei mehr: Bayerns Bienen und die dazugehörigen Imker haben schon mit viel Unbill zu kämpfen. Bald wird laut dem Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau wohl ein weiterer gefährlicher Parasit hinzukommen: die Tropilaelaps-Milbe.  "In spätestens zwei Jahren wird das Tier hier sein und die Völker bedrohen", sagt Institutsleiterin Ingrid Illies. Die ursprünglich aus Asien stammende Milbe breite sich durch den internationalen Austausch immer stärker aus. "Aktuell gibt es schon gesicherte Nachweise in Georgien und der Ukraine." Für die heimischen Bienen sei der neue Parasit noch schädlicher als die im Freistaat seit rund 50 Jahren verbreitete und von den Imkern verhasste Varroamilbe. "Die Tropilaelaps-Milbe ist ebenfalls ein Brutparasit. Aber sie schädigt die Brut stärker als die Varroamilbe. Sie reißt große Wunden in die Puppen", sagt Illies.  Aufgrund dieser Wunden würden sich die Puppen nicht richtig entwickeln, seien anfällig für Infektionen und Viren, die Lebenszeit einer befallenen Biene sei möglicherweise kürzer als normal und es könnten Verkrüppelungen auftreten. "Unter dem Strich ist zu erwarten, dass die Milbe dadurch die Entwicklung des ganzen Volkes dämpft", erklärt Illies.  Das Institut arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, herauszufinden, wie man dem neuen Gegner entgegentreten kann. Im Labor wird mit Milben-Dummys getestet, wie die Parasiten für Imker am besten sichtbar werden. Sie zu erkennen sei schwer, weil sie nur einen halben Millimeter groß sind. Illies selbst verfolgt gebannt alle Neuigkeiten aus Ländern, in denen sich die Tropilaelaps-Milbe bereits ausgebreitet hat.  "Es zeichnet sich ab, dass Ameisensäure gegen die Milbe hilft. Das ist gut, denn die Imker haben bereits Erfahrung damit", sagt Illies. Das Mittel wird bereits zur Bekämpfung der Varroamilbe eingesetzt. Brutpausen - also eine Zeit, in der keine Brut im Volk ist - seien ebenfalls wirksam, weil die Tropilaelaps-Milbe nur kurze Zeit ohne die Puppen überleben könne.  Komplett unklar sei aber, ab welcher Stärke der Milbenbefall eine Bedrohung für das Bienenvolk darstelle. Zwar gebe es hierzu Zahlen aus anderen Ländern, "sie heranzuziehen ist aber schwierig, weil es dort komplett andere Vegetationszeiten gibt", erklärt die Expertin. Eine weitere Herausforderung für das Institut ist, rechtzeitig alle 43.000 bayerischen Imker zu sensibilisieren. "Unsere Aufgabe ist es, jetzt alle fit zu machen, bevor Unmengen an Völkern sterben", sagt Illies. In Schulungen für Züchter sei der neue Parasit bereits dieses Jahr Thema.  Über Bienenfachberater, Bienensachverständige und Bienenfachwarte sollen Schulungsunterlagen und Informationen bis zum Hobbyimker gelangen. "Unter dem Strich sage ich: Wir werden das schaffen. Wir sind gut aufgestellt. Aber ohne Probleme wird es nicht gehen", ordnet Illies ein. © dpa-infocom, dpa:260502-930-22610/1