Kuba: Hunderttausende Kubaner demonstrieren in Havana gegen US-Embargo

Datum01.05.2026 23:25

Quellewww.zeit.de

TLDRZum Tag der Arbeit demonstrierten in Havanna über eine halbe Million Kubaner, darunter Präsident Díaz-Canel und Raúl Castro, gegen das US-Embargo und forderten Dialog. Parallel dazu verschärfte US-Präsident Trump die Sanktionen gegen den kubanischen Sicherheitsapparat und Einzelpersonen, was die schwere Wirtschaftskrise und Energieknappheit auf der Insel weiter verschärft.

InhaltZum Tag der Arbeit demonstrieren eine halbe Million Menschen gegen die Abschottung der Insel durch die USA. US-Präsident Trump kündigt derweil härtere Sanktionen an. In der kubanischen Hauptstadt Havana haben zum Tag der Arbeit mehr als 500.000 Menschen gegen das Öl-Embargo der USA demonstriert. An der Kundgebung vor der US-Botschaft nahmen auch Präsident Miguel Díaz-Canel und der frühere Staatschef Raúl Castro teil. "Gemeinsam und geschlossen fordern wir Frieden und bekräftigen unsere Bereitschaft zum Dialog ohne Vorbedingungen", schrieb Präsident Díaz-Canel auf der Plattform X. "Hier hat Angst keinen Platz." Castro wurde ein Buch mit sechs Millionen Unterschriften übergeben – rund zwei Drittel der kubanischen Bevölkerung – die den Willen des kubanischen Volkes zeigen sollen, sich gegen einen möglichen militärischen Angriff durch die USA zu verteidigen. US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit damit gedroht, Kuba "übernehmen" zu wollen. Wenige Stunden nach der Kundgebung in Havanna verschärfte die US-Regierung ihre Sanktionen gegen Kuba. In einem entsprechenden präsidentiellen Erlass ordnete Trump Maßnahmen gegen Einzelpersonen und Institutionen an, die den kubanischen Sicherheitsapparat unterstützen oder in Verbindung mit Korruption oder Menschenrechtsverletzungen in Kuba stehen. Zudem sollten Verantwortliche unter anderem aus dem "Energie-, Verteidigungs- und Rohstoffsektor, im Metall- und Bergbau, im Finanzdienstleistungssektor oder im Sicherheitssektor der kubanischen Wirtschaft" unter die neuen Sanktionen fallen, erklärte Trump. Wer genau von den neuen Sanktionen betroffen ist, war zunächst nicht klar. Dem Erlass zufolge sollen auch Banken und andere Finanzdienstleister weltweit sanktioniert werden, die mit den betroffenen Kubanern zusammenarbeiten. Kuba leidet unter der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Verschärft wird die Lage durch Energieknappheit, weil die US-Regierung seit Januar eine Ölblockade gegen den Inselstaat verhängt hat. Immer wieder fällt stundenlang der Strom aus, es mangelt an Treibstoff, Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.