Oscar angeblich zu gefährlich fürs Handgepäck: Filmtrophäe für »Besten Dokumentarfilm« geht während Flug nach Frankfurt verloren

Datum01.05.2026 14:10

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Oscar für den "Besten Dokumentarfilm" ging auf einem Flug von New York nach Frankfurt verloren. Filmemacher Pawel Talankin durfte die Trophäe aufgrund von Sicherheitsbedenken, dass sie als Waffe dienen könnte, nicht im Handgepäck mitführen. Stattdessen wurde sie in den Frachtraum verladen und kam dort nicht an. Die Lufthansa untersucht den Vorfall. Talankin zeigte sich überrascht, wie eine solche Statuette als gefährlich eingestuft werden könne.

InhaltFilmemacher Pawel Talankin reist seit Wochen mit seinem Oscar im Handgepäck. Beim Sicherheitscheck in New York befanden die Beamten: Die Statuette könnte im Flieger "als Waffe verwendet werden". Nun fehlt jede Spur von ihr. Für seinen Film "Ein Nobody gegen Putin" gewann Pawel Talankin, 35, im März einen Oscar für den "Besten Dokumentarfilm". Die Trophäe begleitet den Russen seitdem durch die Welt – zumindest bis vor Kurzem. Am Sicherheitscheck des John F. Kennedy Flughafens in New York wurde Talankin der Goldjunge abgenommen. Laut Talankins Co-Regisseur David Borenstein durfte der Filmemacher die 3,8 Kilogramm schwere Statuette nicht im Handgepäck verstauen, weil diese "als Waffe verwenden werden" könnte. Da Talankin ohne Koffer gereist ist, habe das Sicherheitspersonal den Oscar in eine Kiste gepackt und Richtung Frachtraum geschickt, schreibt Borenstein auf Instagram. Der Oscar sei dann "nie in Frankfurt angekommen". Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die Lufthansa reagierte auf Borensteins Post und versicherte, die Angelegenheit "mit größter Sorgfalt und Dringlichkeit" zu behandeln, damit "der Oscar so schnell wie möglich gefunden und zurückgegeben wird." Im Gespräch mit dem Branchenmagazin "Deadline"  sagte Talankin nach seiner Ankunft in Frankfurt am Donnerstag, es sei ihm "völlig unverständlich, wie man einen Oscar als Waffe betrachten kann". Bei früheren Flügen mit verschiedenen Fluggesellschaften sei er mit dem Oscar "in der Kabine geflogen, und es gab nie irgendwelche Probleme". In "Ein Nobody gegen Putin" dokumentiert Talankin, der als Pädagoge und Videobeauftragter einer Schule in seiner Heimatstadt Karabasch im Süden des Urals arbeitete, wie sich die Schulgemeinschaft durch den Krieg veränderte. Er filmte, wie Lehrer den Schülern Falschbehauptungen über die russische Invasion in der Ukraine erzählten. Wie Wagner-Söldner an die Schule kamen und Jugendliche gegeneinander im Granatenweitwurf antraten. Mit seinem Filmmaterial floh Talankin im Sommer 2024 ins Ausland. Dort arbeitete er mit dem US-Regisseur Borenstein in Kopenhagen zusammen. An der Produktion seines Films waren unter anderem BBC, ZDF und Arte beteiligt.