Datum01.05.2026 13:57
Quellewww.spiegel.de
TLDRSeit dem 1. Mai gilt eine Energiesteuersenkung auf Benzin und Diesel von rund 17 Cent pro Liter bis Ende Juni. Die Preise fielen am Morgen deutlich unter 2 Euro, auch wenn sie mittags etwas stiegen. Die Steuersenkung wird größtenteils weitergegeben, wobei eine vollständige Preissenkung an den Zapfsäulen nicht sofort überall erwartet wird. Engpässe sind unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen. Dennoch bleibt der Spritpreis teurer als vor Kriegsbeginn.
InhaltDie Steuersenkung auf Benzin und Diesel ist heute in Kraft getreten. Vormittags lagen die Spritpreise teils klar unter 2 Euro. Auch nach der erlaubten Erhöhung am Mittag waren die Kraftstoffpreise deutlich niedriger als zuletzt. Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. Diese Meldung wird am Laufe des Tages immer wieder aktualisert. Wird der 1. Mai für Autofahrer in diesem Jahr zum doppelten Feiertag? Seit Mitternacht gilt der Tankrabatt der Bundesregierung: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um rund 17 Cent pro Liter. Bis Ende Juni soll das so bleiben. Der seit Mitternacht geltende Nachlass hat in den frühen Morgenstunden an vielen Tankstellen die Spritpreise purzeln lassen. Beim Blick in die Tankstellen-App des ADAC zeigten sich vielerorts bereits Preise unter zwei Euro – insbesondere beim günstigeren Superbenzin der Sorte E10, teilweise auch bei Diesel. In München kostete E10 kurz nach 6 Uhr bei den meisten angezeigten Tankstellen deutlich unter zwei Euro – teilweise sogar weniger als 1,90 pro Liter. Bei Diesel wurde die Zwei-Euro-Marke in mehr als der Hälfte der Fälle unterschritten. Auch in Berlin war E10 bei der klaren Mehrheit der angezeigten Tankstellen am Morgen billiger als zwei Euro. Bei Diesel war dies nur selten der Fall. In Hamburg war E10 an mehr als der Hälfte der angezeigten Tankstellen billiger als zwei Euro. Auch hier wurde teilweise die Marke von 1,90 unterschritten. Diesel blieb aber in der Regel teurer als zwei Euro. Zur Mittagszeit haben sich die Preise um 12 bis 13 Cent verteuert, kosteten damit aber dennoch 15, 8 Cent (Super E10) respektive 16,2 Cent (Diesel) weniger als am Donnerstag zur gleichen Zeit. Die sogenannte Zwölf-Uhr-Regel verbietet Tankstellen, ihre Preise vor Mittag zu erhöhen. Die Spritpreise haben seit Einführung der 12-Uhr-Regel einen typischen Tagesverlauf herausgebildet: Mittags springen sie stark nach oben – zuletzt teilweise um mehr als 15 Cent. Danach sinken sie relativ zügig bis zum Abend und dann am nächsten Vormittag noch einmal. Sollte dieser Verlauf auch weiter gelten, dürfte mindestens E10 am Samstagvormittag wieder unter 2 Euro pro Liter kosten, vielleicht sogar bereits am Freitagabend. Bei Diesel könnte dies am Samstagvormittag zumindest für einen Teil der Tankstellen gelten. ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer dämpfte am Vormittag noch zu hohe Erwartungen an purzelnde Preise: "Das war auch 2022 nicht der Fall. Stattdessen sind die Preise sukzessive gefallen." Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie betont zwar, die Steuersenkung werde vollständig weitergegeben – räumt aber ein, dass das "mancherorts erst mit Verzögerung an der Zapfsäule bemerkbar" sein könnte. Als Abonnentin oder Abonnent von SPIEGEL+ haben Sie die Möglichkeit, manager+ zum Vorteilspreis dazuzubuchen. Darin enthalten sind alle Inhalte von manager magazin+ und Harvard Business manager+. Damit ist es das ideale Abo für alle, die tiefe Einblicke in die deutsche Wirtschaft, die Chefetagen großer Unternehmen und in die spannendsten Start-ups suchen. Jetzt flexibel upgraden: Sichern Sie sich manager+ für nur 2 Euro pro Woche! Das erwartet auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Reiche fordert bei der Mineralölwirtschaft ein, dass die Steuersenkung bei Diesel und Benzin bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt. "Das ist keine Bitte, das ist eine klare Erwartung", sagte die CDU-Politikerin. "Das Bundeskartellamt hat nach unserem ersten Maßnahmenpaket bessere Instrumente als je zuvor und erste Untersuchungen aufgenommen. Wenn es Anzeichen für eine Nichtweitergabe der Steuersenkung gibt, erwarte ich unverzügliche Maßnahmen." Günstig wie vor Kriegsbeginn wird Sprit vorerst ohnehin nicht. Am letzten Tag vor dem Irankrieg Ende Februar kostete ein Liter Super E10 im Bundesschnitt 1,78 Euro. Der Rabatt reicht schlicht nicht, um diese Lücke zu schließen. Bei Diesel sieht es kaum anders aus. Auch Engpässe sind nicht völlig ausgeschlossen: Weil der Steuerrabatt nur für Sprit gilt, der nach Mitternacht geliefert wurde, sind viele Tankstellen bewusst mit kleinen Lagerbeständen in den Mai gestartet, ähnlich einem Urlauber, der kurz vor der günstigeren Grenze nicht mehr tanken will. Dazu kommt, dass der 1. Mai ein Feiertag ist und das folgende Wochenende die Liefermöglichkeiten einschränkt. Der Tankstellenverband warnte bereits vor möglichen Engpässen, der Wirtschaftsverband spricht von einem "logistischen Kraftakt". Der ADAC hält das für übertrieben – nennenswerte Versorgungsprobleme erwartet er nicht.