1. Mai: Klingbeil: «Wir brauchen keine Tipps von Trump»

Datum01.05.2026 12:45

Quellewww.zeit.de

TLDRSPD-Chef Lars Klingbeil wies Kritik von Donald Trump an der deutschen Ampelregierung zurück. Trump hatte Bundeskanzler Merz für dessen Aussagen zur US-Strategie im Iran kritisiert. Klingbeil konterte, Deutschland brauche keine Tipps von Trump, der selbst für Chaos gesorgt habe. Er forderte Trump auf, stattdessen Friedensgespräche im Iran zu fördern und die wirtschaftlichen Folgen seiner Politik auf Europa zu begrenzen. Klingbeil betonte die Notwendigkeit einer starken EU, um nicht von Trumps Stimmungen abhängig zu sein.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „1. Mai“. Lesen Sie jetzt „Klingbeil: "Wir brauchen keine Tipps von Trump"“. SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gegen Kritik aus den USA verteidigt. "Wir brauchen nun wirklich keine Tipps von Donald Trump. Der soll sehen, welche Scherbenhaufen er angerichtet hat. Der soll dafür sorgen, dass ernsthafte Friedensgespräche jetzt im Iran geführt werden", sagte Klingbeil bei einer Veranstaltung zum Tag der Arbeit in Bergkamen im Ruhrgebiet. "Und ich sage das gerade vor dem Hintergrund der letzten Tage, wo er sich dann über die deutsche Bundesregierung, über den Bundeskanzler äußert", betonte Klingbeil. Merz hatte Trump am Montag bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland vorgeworfen, die USA seien "ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen". Mit Blick auf die Friedensverhandlungen mit dem Iran hatte Merz über die USA gesagt: "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung." Trump schrieb daraufhin auf seiner Plattform Truth Social an die Adresse von Merz: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!" Am Donnerstag legte der US-Präsident mit seiner Kritik nach. Auch Klingbeil äußerte Kritik an Trumps Strategie im Iran. "Ich glaube, der hat wirklich gedacht, das ist eine Sache von zwei, drei Tagen und dann ist alles in Ordnung", sagte er. "Er trägt jetzt die Verantwortung dafür, dass dieser Krieg im Iran schnell aufhört", sagte der Bundesfinanzminister. "Vor allem soll er dafür sorgen, dass die Belastungen, die durch seinen Krieg entstanden sind, nicht bei uns, bei den Arbeitnehmern, bei den Verbrauchern und in der Wirtschaft ankommen." Entscheidend sei aber auch, dass Europa wirtschaftlich so stark sei, "dass wir uns von niemandem erpressen lassen müssen", sagte Klingbeil. "Ich möchte nicht, dass wir davon abhängig sind, welche Laune Donald Trump heute oder morgen hat." © dpa-infocom, dpa:260501-930-20351/1