Datum01.05.2026 12:34
Quellewww.zeit.de
TLDRIsrael hat über 20 Schiffe einer Hilfsflotte für Gaza im Mittelmeer aufgehalten und 175 Aktivisten festgenommen, die nach Griechenland gebracht wurden. Zwei Aktivisten werden nach Israel zur Befragung gebracht, einer wegen Terrorverdachts, der andere wegen illegaler Aktivitäten. Mehrere europäische Regierungen äußerten Sorge über Israels Vorgehen, das ihrer Ansicht nach möglicherweise nicht mit dem Völkerrecht vereinbar ist. Israel verteidigt seine Maßnahmen als rechtmäßig und friedlich, während Aktivisten von Drohungen und Gewalt berichten.
InhaltIsrael hat mehr als 20 Boote einer Hilfsflottille für den Gazastreifen aufgehalten und die Aktivisten nach Griechenland gebracht. Zwei von ihnen sollen verhört werden. Die israelische Marine hat mehr als 20 Schiffe der sogenannten "Global Sumud Flotilla" abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland erklärte sich bereit, die von der israelischen Marine festgenommenen Personen aufzunehmen und ihre Rückreise in die Herkunftsländer zu ermöglichen. Die Aktivisten waren in internationalen Gewässern vor Kreta festgesetzt worden. Ein Teil ihrer Boote liegt mittlerweile im Hafen von Ierapetra im Südosten Kretas. Laut Israels Außenministerium sollen zwei der Aktivisten zu Befragungen nach Israel gebracht werden. Ein Mann werde verdächtigt, Verbindungen zu einer Terrororganisation zu haben. Dem anderen würden "illegale Aktivitäten" vorgeworfen. Details zu den Anschuldigungen wurden in beiden Fällen zunächst nicht genannt. Mehr als 50 Boote der Initiative waren in den vergangenen Wochen aus Frankreich, Italien und Spanien ausgelaufen, um Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen. Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht, Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und ausgewiesen. Das israelische Vorgehen gegen den internationalen Schiffsverband mit Gaza-Hilfsgütern im Mittelmeer löste in Deutschland und Italien große Sorge aus. Eine gemeinsame Erklärung legt nahe, dass der Stopp der Flottille in internationalen Gewässern aus Sicht der beiden Regierungen möglicherweise nicht mit dem Völkerrecht vereinbar ist. Israel betont dagegen, das Vorgehen gegen die Aktivisten stehe im Einklang mit dem Völkerrecht. "Frühzeitige Maßnahmen waren gemäß dem Völkerrecht notwendig", sagte der israelische Außenamtssprecher Oren Marmorstein und verwies auf die große Anzahl von beteiligten Booten. Der Einsatz sei friedlich verlaufen. Die Aktivisten berichteten hingegen, israelische Marineschiffe hätten die Hilfsflotte umzingelt und "mit Entführung und Gewalt gedroht". Die israelischen Einsatzkräfte hätten "Laser und halbautomatische Sturmgewehre" auf die Teilnehmer der Hilfsflotte gerichtet und ihnen befohlen, " sich auf Hände und Knie zu begeben".