Brauchtum: Hexen und Teufel tanzen ums Feuer: Walpurgis im Harz

Datum01.05.2026 09:54

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Walpurgisnacht im Harz zog rund 14.000 Besucher an. Traditionelle Feiern mit Hexen- und Teufelsthemen fanden in zahlreichen Orten statt, darunter Thale und Wernigerode. Trotz allgemeiner friedlicher Stimmung kam es zu vereinzelten kleineren Vorfällen. Die Feierlichkeiten treiben nach altem Brauch den Winter aus und sind eine bedeutende Touristenattraktion, beeinflusst durch Goethes „Faust“.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Brauchtum“. Lesen Sie jetzt „Hexen und Teufel tanzen ums Feuer: Walpurgis im Harz“. An verschiedenen Orten im Harz haben viele Menschen den traditionellen Feiern zur Walpurgisnacht beigewohnt. Wie die Polizei mitteilte, wurden in Thale, Schierke und Wernigerode insgesamt etwa 14.000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Besonders viele von ihnen kamen in Thale zusammen - sowohl auf dem Hexentanzplatz als auch in der Innenstadt.  Insgesamt sei es während der Feierlichkeiten zu keinen größeren Vorfällen gekommen, hieß es. Allerdings kam es demnach während einer Aftershow-Party in Thale zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einem 26- und einem 22-Jährigen. Zudem werde nach dem Fest gegen einen 19-Jährigen wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Ein 18-Jähriger habe zudem Beamte beleidigt, nachdem diese ihn in der Nacht zu Samstag aufgefordert hätten, ein Gelände zu verlassen. Gegen ihn sei eine Strafanzeige gestellt worden.  "Die Orte wie Schierke oder Thale sind alle voll", berichtete ein Sprecher der Polizei schon am Abend der Feierlichkeiten. Bei bestem Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein waren viele Kostümierte bereits am Nachmittag unterwegs gewesen. In Wernigerode stürmten Hexen und Teufel feierlich das Rathaus. In mehr als 20 Orten standen die traditionellen Feiern an. Sie sind eine der größten Touristenattraktionen im Harz. Einem alten Brauch nach wird zu Walpurgis der Winter ausgetrieben. Zu den Hochburgen zählen Schierke, Wernigerode oder Thale in Sachsen-Anhalt sowie Braunlage, St. Andreasberg oder Hahnenklee auf niedersächsischer Seite. Die Orte werden dazu bereits Wochen vor den Feierlichkeiten mit Hexenpuppen und anderen gruseligen Dekorationen geschmückt. Die Walpurgisnacht soll nach der heiligen Walburga benannt sein, deren Geburtstag die Kirche am 30. April feiern ließ. Goethe legte einst den literarischen Grundstein für die wilden Feste: Nach einer Brockenbesteigung im Jahr 1777 hielt er im "Faust" das teuflische Treiben fest. © dpa-infocom, dpa:260501-930-19608/1