London: Messerangriffe in jüdischer Gemeinde in Golders Green- Verdächtiger angeklagt

Datum01.05.2026 09:34

Quellewww.spiegel.de

TLDREin 45-jähriger Mann wurde wegen versuchten Mordes nach Messerattacken auf zwei jüdische Männer in Golders Green, London, angeklagt. Die Vorfälle geschahen vor dem Hintergrund einer Serie von Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen, was zu einer Erhöhung der Terrorwarnstufe führte. Die Polizei spricht von einer "Pandemie antisemitischer Hassverbrechen", und die Regierung verspricht verschärfte Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der jüdischen Gemeinde.

InhaltNach Messenangriffen auf zwei jüdische Männer im Londoner Stadtteil Golders Green ist der 45-jährige Tatverdächtige Essa S. wegen versuchten Mordes angeklagt worden. Die örtliche Polizei warnt vor einer "Pandemie antisemitischer Hassverbrechen". Ein 45-Jähriger ist nach den Messerangriffen auf zwei jüdische Männer in London wegen versuchten Mordes angeklagt worden. Essa S. werden zwei Anklagepunkte im Zusammenhang mit dem Angriff in Golders Green sowie ein dritter wegen eines weiteren Angriffs an einem anderen Ort der Stadt am selben Tag zur Last gelegt. Er soll noch am Freitag erstmals vor Gericht erscheinen. Die Opfer, 34 und 76 Jahre alt, wurden schwer verletzt. Einer von ihnen konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen, der andere ist in stabilem Zustand. Golders Green im Norden Londons gilt als eines der Zentren der jüdischen Gemeinde Großbritanniens. Den Messerangriffen war eine Serie von Brandanschlägen auf Synagogen und andere jüdische Einrichtungen in London vorausgegangen, die Angst und Wut ausgelöst haben. Die offizielle Terrorwarnstufe in Großbritannien wurde nach dem Angriff vom Mittwoch von "erheblich" auf "ernst" angehoben – die zweithöchste von fünf Stufen. Die Geheimdienste halten einen weiteren Anschlag in den kommenden sechs Monaten damit für sehr wahrscheinlich. Ein Sprecher der Londoner Polizei warnte gegenüber der britischen "Times" vor einer "Pandemie antisemitischer Hassverbrechen" in der Stadt. Premierminister Keir Starmer kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen für die jüdische Gemeinde zu verstärken und "alles in unserer Macht Stehende zu tun, um diesen Hass auszumerzen".