Tag der Arbeit 2026: Warum der 1. Mai ein Feiertag ist

Datum01.05.2026 07:26

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer 1. Mai ist ein politischer Feiertag, der seinen Ursprung im nordamerikanischen Streik von 1886 für den Achtstundentag hat. International wurde 1889 der 1. Mai zum Kampftag der Arbeiterschaft erklärt. In Deutschland wurde der Achtstundentag Ende 1918 eingeführt, der 1. Mai 1919 einmalig zum Feiertag. Nach Nationalsozialismus und Weltkrieg blieb der Tag als Ehrung der Arbeiterbewegung und für Demonstrationen für soziale Gerechtigkeit bestehen. Viele Länder weltweit feiern den Tag der Arbeit unter verschiedenen Bezeichnungen.

InhaltAnders als die meisten gesetzlichen Feiertage in Deutschland hat der 1. Mai keinen religiösen Hintergrund. Was genau steckt hinter dem Tag der Arbeit? Und wie sieht es in anderen Ländern aus? In diesem Jahr ist es mal wieder so weit, der 1. Mai fällt auf einen Freitag und beschert vielen Deutschen damit einen zusätzlichen freien Tag. Viele nutzen ihn für einen Kurzurlaub, eine Wanderung oder zur Entspannung daheim. Doch was hat es mit dem Tag der Arbeit auf sich? Und warum ist er heute so politisch? Anders als die meisten gesetzlichen Feiertage hat der 1. Mai keinen religiösen Hintergrund, sondern einen politischen. Der Ursprung des Feiertags liegt im Jahr 1886. Damals begann in Nordamerika ein Generalstreik zur Durchsetzung des Achtstundentags. Drei Jahre später, 1889, trafen sich Menschen zu einem internationalen Arbeiterkongress in Paris. Hier wurde dazu aufgerufen, dass Arbeiter auf der ganzen Welt am 1. Mai 1890 demonstrieren oder streiken sollten. In den USA hatte sich der Maitag derweil schon als "Kampftag der Arbeiterschaft" etabliert. In Deutschland nahmen an Protestaktionen ab 1890 bis zu 100.000 Menschen in Großstädten teil und legten teilweise die Arbeit nieder. Ende 1918, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurde offiziell der Achtstundentag eingeführt – und im April 1919 einmalig der 1. Mai zum Feiertag erklärt. Die Sozialdemokraten waren zu dem Zeitpunkt mit an der Macht – und setzten sich besonders für die Interessen der Arbeiter ein. Durchsetzen konnte sich der deutschlandweite Feiertag damals aber erst einmal nicht. Der 1. Mai war und ist also ein Feiertag zu Ehren der Arbeiterbewegung und zur Erinnerung daran, dass ein geregelter Arbeitstag mit acht Stunden nicht immer selbstverständlich war. Zur Zeit der Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 wurde der Feiertag jedoch instrumentalisiert. Gewerkschaften wurden damals zerschlagen, der 1. Mai wurde zum "Tag der nationalen Arbeit". Letztlich wurde er für Paraden der NSDAP genutzt und hatte nichts mehr mit dem ursprünglichen Gedanken zu tun. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb der 1. Mai Feiertag. Am Tag der Arbeit demonstrieren immer noch viele Menschen in Deutschland für soziale Gerechtigkeit. In der Vergangenheit war es in Hamburg und Berlin am 1. Mai mitunter zu Krawallen und Ausschreitungen gekommen. 2021 etwa wurden in der Hauptstadt Dutzende Beamte bei Zusammenstößen mit linken Demonstranten verletzt, mehr als 350 Personen wurden festgenommen. 2024 und 2025 verliefen die Demonstrationen in den Großstädten jedoch weitgehend friedlich. Nicht nur in Deutschland wird der Tag der Arbeit gefeiert. Auch in vielen Teilen Europas, Nord- und Südamerikas, Afrikas und Asiens gilt er als gesetzlicher oder zumindest regionaler Feiertag. In manchen Ländern, unter anderem der Volksrepublik China, wird den Beschäftigten für den Fall, dass der Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fällt, am Montag ein arbeitsfreier Tag zugesprochen. Im Vereinigten Königreich oder Irland wird der Tag der Arbeit Labour Day genannt. Ebenso in den USA (Labor Day) und Kanada, dort wird er allerdings am ersten Montag im September als Feiertag gefeiert. Sie haben aufmerksam gelesen? Dann testen Sie hier Ihr Wissen im Quiz.