Datum01.05.2026 06:45
Quellewww.zeit.de
TLDREin gestrandeter Buckelwal wurde in einer Spezialbarge transportiert, um in der Nordsee ausgesetzt zu werden. Das Schiff hat Dänemarks Nordspitze fast erreicht. Die private Initiative riskiert eine erneute Strandung, da dänische Behörden gestrandete Meeressäugetiere grundsätzlich nicht retten. Der Wal lag wochenlang in der Ostsee, bevor die private Bergung trotz wissenschaftlicher Bedenken begann.
InhaltDas Schiff der privaten Rettungsinitiative ist nur noch wenige Kilometer von der Nordsee entfernt. In dänischen Gewässern würde der Wal nicht gerettet werden. Das Transportschiff mit dem vor Mecklenburg-Vorpommern gestrandeten Buckelwal hat nach tagelanger Reise nun fast die Nordsee erreicht. Laut dem Schiffsortungsdienst Vesselfinder befand es sich am frühen Morgen etwa 11 Seemeilen (rund 20 Kilometer) vom nördlichsten Punkt Dänemarks entfernt. Dort, nahe der Stadt Skagen, fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird. Am Dienstag war der wochenlang an der Ostseeküste im Flachwasser liegende Wal in eine sogenannte Barge bugsiert worden. In diesem mit Wasser gefüllten Lastkahn, der vom Schlepper Fortuna B gezogen wird, war das tonnenschwere Tier in den vergangenen Tagen in Richtung Nordsee transportiert worden. Nach Plänen der privaten Initiative, die für den Transport verantwortlich ist, soll der Wal schließlich ausgesetzt werden. Wo genau, stand zunächst nicht fest. Sollte das Tier nach der Aktion abermals stranden, würden ihm die dänischen Behörden wohl nicht helfen. Das dänische Umweltministerium teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, dass man gestrandete Meeressäugetiere prinzipiell nicht rette. Strandungen seien "ein natürlich vorkommendes Phänomen" und Wale sollten generell "nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört" werden. Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.