Krisenfall: Rainer will staatliche Notfallreserve mit Konserven ausbauen

Datum01.05.2026 04:20

Quellewww.zeit.de

TLDRBundesernährungsminister Alois Rainer plant den Ausbau staatlicher Lebensmittelreserven für Krisenfälle. Geplant ist die Einlagerung von Konserven bei Herstellern und im Handel, um die Verfügbarkeit zu erhöhen. Diese Bestände sollen rechtzeitig vor Ablaufdatum in den Verkauf gelangen. Rainer betont staatliche Kontrolle und schätzt die Anschubfinanzierung auf 30 Millionen Euro mit jährlichen Folgekosten von 70-80 Millionen Euro. Er weist Bedenken bezüglich Profiterzielung zurück.

InhaltBundesernährungsminister Alois Rainer plant, für Krisenfälle mehr Lebensmittel zu lagern. Bedenken, Firmen könnten daraus Profit schlagen, weist er zurück. Bundeslandwirtschafts- und Ernährungsminister Alois Rainer will die staatliche Lebensmittelversorgung für Krisenfälle erweitern. "Neben den klassischen Reserven wollen wir künftig auch mehr sofort verfügbare Lebensmittel einbeziehen – also Konserven, die im Ernstfall direkt genutzt werden können", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese Vorräte sollten künftig nicht nur in staatlichen Lagern liegen, sondern stärker dort, wo sie ohnehin gebraucht würden: bei Herstellern und im Handel. Ein fester Teil solle dort jederzeit verfügbar sein – etwa in Lagerhallen auf dem Werksgelände. Vor dem Ablauf der Haltbarkeit sollten die Lebensmittel dann rechtzeitig in den Verkauf gegeben werden. "Ich will die staatliche Notfallvorsorge mit einem zusätzlichen Sicherheitsnetz versehen und ins 21. Jahrhundert holen", sagte Rainer. Das bedeute auch mehr Arbeit in der Logistik. "Zu Beginn – als Anschubfinanzierung – brauchen wir 30 Millionen", erläuterte er. "Wenn das neue System etabliert ist, liegt der jährliche Bedarf bei etwa 70 bis 80 Millionen Euro." Diese Summen wolle er in Form einer sogenannten Bereichsausnahme im Bundeshaushalt verankern. Bedenken, Lebensmittelkonzerne und Einzelhandel könnten Profit aus der Lagerung schlagen, wies Rainer zurück. "Entscheidend ist: Der Staat behält jederzeit die Kontrolle. Im Ernstfall gilt klare staatliche Steuerung." Aktuell wird die staatliche Lebensmittelreserve an mehr als 150 Standorten im Bundesgebiet gelagert. Aus Sicherheitsgründen werden die genauen Orte nicht öffentlich genannt. Eingelagert sind Weizen, Roggen und Hafer, aber auch haltbare Nahrungsmittel wie Reis, Hülsenfrüchte und Kondensmilch. Diese gebrauchsfertigen Nahrungsmittel sollen im Krisenfall über Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen abgegeben werden, um die Bevölkerung zumindest mit einer warmen Mahlzeit am Tag verpflegen zu können.