Zum Tag der Arbeit: Trigema-Patriarch: «Wer älter wird, muss länger arbeiten»

Datum01.05.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRWolfgang Grupp, einstiger Trigema-Chef, fordert, dass mit steigender Lebenserwartung auch das Renteneintrittsalter angepasst wird. Er kritisiert, dass diese logische Kopplung politisch kaum diskutiert wird. Grupp, der als Manager bis ins hohe Alter aktiv blieb und sein Unternehmen erfolgreich durch Krisen steuerte, plädiert dafür, Entscheidungen zügig zu treffen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Zum Tag der Arbeit“. Lesen Sie jetzt „Trigema-Patriarch: "Wer älter wird, muss länger arbeiten"“. Unternehmer Wolfgang Grupp hat sich für eine automatische Kopplung von Renteneintritt und Lebenserwartung ausgesprochen. "Wenn wir älter werden, dann müssen wir auch länger arbeiten", sagte der frühere Trigema-Chef im dpa-Interview. Sein Vorschlag: Wer später geboren ist und statistisch länger lebt, sollte entsprechend länger arbeiten. Steige die Lebenserwartung müsse auch die Arbeitszeit entsprechend steigen, sagte der 84-Jährige.  Grupp kritisierte, dass diese "Logik" politisch kaum diskutiert werde. Es könne nicht sein, dass man einfach immer länger Rente bekomme. Als Berater sei er auch mit 84 Jahren noch täglich im Büro.  Er habe in 55 Jahren nie Kurzarbeit eingeführt und keinen Mitarbeiter aus wirtschaftlichen Gründen entlassen. Auch in Krisen wie der Pandemie habe er an garantierten Arbeitsplätzen und Löhnen festgehalten. Probleme habe es immer gegeben – entscheidend sei, sie schnell zu lösen. Entscheidungen treffe er immer schnell, quasi aus dem Bauch heraus und korrigiere, wenn nötig. Bereut habe er noch keine davon. "Das Schlimmste ist, nicht zu entscheiden." Grupp senior gilt als einer der profiliertesten und schillerndsten Kaufleute in Deutschland. Er wurde durch kultige Fernsehspots bekannt. Darin warb ein Schimpanse im weißen Hemd und mit schwarzer Krawatte - verkleidet als Nachrichtensprecher - für T-Shirts und Sweatshirts des Mittelständlers.  Trigema stellt Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung her und wirbt damit, zu 100 Prozent "Made in Germany" anzubieten. Anfang 2024 räumte Grupp den Chefposten und gab die Geschäftsführung an seinen Sohn und seine Tochter ab. Beide Kinder waren schon zuvor in der Firma tätig. © dpa-infocom, dpa:260501-930-18618/1