Freihandel: EU startet riesige Freihandelszone mit Mercosur-Staaten

Datum01.05.2026 02:13

Quellewww.zeit.de

TLDRAb dem 1. Mai bilden die EU und die Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay) eine Freihandelszone. Ziel ist die Belebung des Handels durch Zollabbau. Für deutsche Unternehmen, insbesondere in der Auto-, Maschinenbau- und Pharmabranche, werden Exportchancen gesehen. Das Abkommen, nach über 25 Jahren Verhandlungen, umfasst rund 720 Millionen Menschen und gilt als Gegenmodell zu Protektionismus. Es gab jedoch Kritik von Frankreich wegen möglicher Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft.

InhaltZwischen der EU und Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay werden ab dem 1. Mai schrittweise Zölle abgebaut. Das Abkommen war zuletzt in der EU abgeschwächt worden. Die EU und die südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay bilden seit diesem Freitag eine riesige neue Freihandelszone. Um Mitternacht trat ein dafür ausgehandeltes Abkommen vorläufig in Kraft. Es soll durch den schrittweisen Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen den Austausch von Waren und Dienstleistungen ankurbeln. In Deutschland werden langfristig etwa große Exportchancen für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen. "Mit dem Start des EU-Mercosur-Abkommens zum 1. Mai gewinnt der Handel mit Südamerika für deutsche Unternehmen erheblich an Bedeutung – obwohl er bislang nur rund ein Prozent des gesamten deutschen Außenhandels ausmacht", kommentierte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK). Eine Umfrage zeige, dass 44 Prozent aller international tätigen Unternehmen durch das Abkommen spürbare Auswirkungen erwarteten. "Das ist ein starkes Signal", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Der Mercosur-Deal war zu Jahresbeginn nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen unterzeichnet worden. Nach Angaben der EU-Kommission schafft er einen Markt mit etwa 720 Millionen Menschen und senkt Zölle in Milliardenhöhe. Zudem gilt die Vereinbarung als Gegenmodell zu der protektionistischen Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. "Das Mercosur-Abkommen ist weit mehr als Handel: Es ist ein klares Signal gegen Protektionismus. Gerade in geopolitisch angespannten Zeiten zeigen die EU und die Mercosur-Staaten, dass eine faire und regelbasierte Partnerschaft auf Augenhöhe möglich ist", sagte der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD). Er erwarte, dass die Vorteile schnell sichtbar werden und bestehende Zweifel verschwinden. Kritik an dem Abkommen kam vor allem aus Frankreich, das fürchtet, dass günstige Agrarprodukte aus Südamerika den heimischen Markt schwächen. Am 21. Januar hatte das EU-Parlament in einer knappen Entscheidung beschlossen, das Abkommen vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) prüfen zu lassen. Mitte Februar stimmte das EU-Parlament für eine Schutzregelung für europäische Landwirte. Mit der Verordnung können notfalls wieder Zölle eingeführt werden.