Myanmar: Aung San Suu Kyi von Gefängnis in Hausarrest verlegt

Datum30.04.2026 18:17

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie ehemalige De-facto-Regierungschefin Myanmars, Aung San Suu Kyi, wurde aus dem Gefängnis in den Hausarrest verlegt. Sie war 2021 zu 27 Jahren Haft verurteilt worden, die von vielen als politisch motiviert angesehen werden. Zuvor war ihre Strafe im Rahmen einer Amnestie verkürzt worden. Ihr Sohn hatte wegen gesundheitlicher Probleme ihre Freilassung gefordert. Seit dem Militärputsch 2021, der von Präsident Min Aung Hlaing angeführt wurde, leidet Myanmar unter einem Bürgerkrieg.

InhaltMyanmars Präsident hat offenbar Hausarrest für Aung San Suu Kyi angeordnet. Die frühere De-facto-Regierungschefin war 2021 zu 27 Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Sohn hatte aufgrund von Herzproblemen ihre Freilassung gefordert. Die mehrfach verurteilte Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist staatlichen Medien zufolge ​vom Gefängnis in einen Hausarrest in Myanmar verlegt worden. Das berichtete der Sender ‌MRTV. Zuletzt war die Strafe der 80-Jährigen im Rahmen einer größeren Amnestie bereits um ein Sechstel verkürzt worden. Die frühere De-facto-Regierungschefin war 2021 insgesamt zu 27 Jahren Haft wegen einer ​Reihe von Vorwürfen verurteilt worden, die von ihren Anhängern und internationalen Organisationen als politisch motiviert angesehen werden. ⁠Eine ⁠Stellungnahme der Regierung gab es zunächst nicht. Die Vorwürfe gegen Aung San Suu Kyi reichen von Anstiftung zum Aufruhr über Korruption und ‌Wahlbetrug bis hin zu Verrat von Staatsgeheimnissen. Aung San ​Suu Kyi ‌hat alles zurückgewiesen. Ihr Lager sieht die Urteile als Mittel, um die international bekannte Politikerin von der Macht fernzuhalten. Ein Sohn Aung San Suu Kyis hatte Anfang September ‌wegen des Gesundheitszustands die sofortige Freilassung seiner Mutter gefordert. Sie leide unter zunehmenden Herzproblemen und benötige ‌dringend ärztliche Hilfe. Der heutige ​Präsident Min Aung ‌Hlaing hatte 2021 einen Militärputsch gegen die ‌demokratisch ​gewählte Regierung unter Aung San Suu Kyi angeführt. Seitdem wird das südostasiatische Land von einem Bürgerkrieg erschüttert; ​Zehntausende Menschen ⁠wurden getötet, Millionen vertrieben.