Datum30.04.2026 17:57
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Polizei hat in Madrid ein betrügerisches Callcenter ausgehoben, das gezielt Senioren in Deutschland mit Schockanrufen über einen angeblichen Unfall eines Angehörigen kontaktierte. Vier Verdächtige wurden festgenommen und sollen nach Deutschland ausgeliefert werden. Die Bande forderte hohe Geldbeträge als Kaution, um die Inhaftierung der Angehörigen zu verhindern. Obwohl die Betrüger oft Scheiterten, wurden auch Mittäter bei der Geldannahme festgenommen.
InhaltEs ging um einen vorgeblich von einem Angehörigen verursachten Unfall: Von Madrid aus soll eine Bande systematisch Menschen in Deutschland mit Schockanrufen überrumpelt haben. Ermittler nahmen vier Verdächtige nun fest. Die Verdächtigen gaben sich nach Angaben der Ermittler am Telefon als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Angehörige aus. Sie spielten den Opfern vor, dass ein Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe: Deutschen und spanischen Ermittlern ist es nun gelungen, ein betrügerisches Callcenter in Madrid auszuheben und vier Verdächtige festzunehmen. Diese sollen nach Deutschland ausgeliefert werden, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken sagte. Umfangreiche Ermittlungen in einem früheren Verfahren hatten ihm zufolge die oberfränkische Kriminalpolizei auf die Spur der Bande gebracht. Dabei handelt es sich um einen 37-Jährigen aus dem Raum Hamburg, dessen 33 Jahre alte Ehefrau sowie eine 23-Jährige und eine 30-Jährige. Die Verdächtigen sollen aus einer eigens dafür gemieteten Wohnung in der spanischen Hauptstadt über Wochen hinweg täglich zahlreiche Schockanrufe nach Deutschland getätigt haben. Bei der bereits Mitte März erfolgten Durchsuchung in Madrid wurden laut Polizei alle vier Hauptverdächtigen festgenommen. Die Ermittler werfen den Verdächtigen 14 konkrete Taten vor, bei denen jeweils rund 90.000 Euro gefordert wurden. Es gebe aber Hinweise auf zahlreiche weitere Betrugsanrufe, etwa auf einen nach Österreich, nach dem ein Opfer 39.000 Euro übergab. Nur durch die Zahlung einer hohen Kaution könnten die Angehörigen einer Inhaftierung entgehen, lautete laut Ermittlern die Legende der mutmaßlichen Betrüger. Dadurch wurden die Angerufenen teils zur Übergabe von Bargeld, Gold und Wertgegenständen gebracht. Trotzdem verhinderten Polizei und Staatsanwaltschaft den Angaben zufolge zumeist, dass die älteren Leute Bargeld, Gold und andere Wertgegenstände an die Betrüger übergaben. Dabei seien in Frankfurt am Main zwei mutmaßliche Mittäter festgenommen worden, die 920 Gramm Gold entgegennehmen sollten. Im Wochentakt erbeuten Schockanrufer immer wieder Hunderttausende Euro bei ihren Opfern. Lesen Sie hier, wie Sie sich vor der Betrugsmasche schützen können.