Datum30.04.2026 17:20
Quellewww.spiegel.de
TLDRBanksy hat im Herzen Londons eine neue Statue enthüllt, die eine Person zeigt, die mit einer wehenden Flagge in einen Abgrund läuft. Der Künstler bestätigte die Arbeit über Instagram, wo er ein Video teilte, das die Platzierung der Statue andeutet. Das Werk wird als Kommentar zum Patriotismus interpretiert. Banksys Identität ist weiterhin ein Rätsel, obwohl Recherchen auf Robin Gunningham hindeuten.
InhaltPlötzlich war sie da: Eine Figur, der eine Flagge ins Gesicht weht und die deswegen in den Abgrund läuft. Nun hat sich Street-Art-Künstler Banksy zu dem Kunstwerk in London bekannt. Die lebensgroße Figur trägt eine Flagge, die ihr ins Gesicht weht, trotzdem geht sie weiter geradeaus, direkt in einen Abgrund: Im Zentrum von London ist wie aus dem Nichts eine neue Statue aufgetaucht. Die Signatur auf dem Sockel: Banksy. Auf seinem Instagramaccount hat der britische Street-Art-Künstler nun ein Video geteilt, das offenbar zeigen soll, wie die Statue aufgestellt wurde. Mit solchen Postings bekennt sich Banksy meist zu seinen plötzlich auftauchenden Kunstwerken. Banksy hatte in der Vergangenheit immer wieder mit Spontanaktionen überrascht, zuletzt mit Street-Art-Kunst an Wänden. Banksy sendet mit seinen Werken immer wieder auch politische Botschaften. Die neue Statue könnte als Warnung vor einem verblendenden Patriotismus bewertet werden. Viele Menschen bestaunen in der Prachtstraße Waterloo Place im Zentrum Londons nun die neue Statue, viele machen Fotos. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Über Banksys Identität wird seit längerer Zeit diskutiert. Seine Werke werden für Millionensummen verkauft. Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass es sich um den Künstler Robin Gunningham aus Bristol handelt. Dieser Name ist bereits im Jahr 2008 in der britischen Zeitung "Mail on Sunday" gefallen, wirklich sicher war man sich nicht. Doch die Nachrichtenagentur Reuters trug in einer aufwendigen Recherche erstaunlich viele Belege zusammen, die für diese Zuschreibung sprechen: Zeugenaussagen, ein Tattoo auf dem Unterarm sowie auch alte Akten aus den USA wegen einer Ordnungswidrigkeit, ein typischer Vorwurf an Straßenkünstler. Ein Geständnis wurde seinerzeit mit dem Namen Robin Gunningham handschriftlich unterzeichnet. Laut Reuters soll Banksy alias Gunningham sich mittlerweile allerdings David Jones nennen, in Großbritannien ist das ein Allerweltsname. 2010 hatte das Magazin "Time" Banksy zu einer der einflussreichsten Personen der Welt gekürt, er war ein Mythos, und dass man seinen bürgerlichen Namen nicht kannte, war Teil seiner Strahlkraft. Hat ein Künstler ein Recht auf Anonymität? Street-Art-Legende Banksy sieht das wohl so. Dass er nicht erkannt werden möchte, hat sicher auch mit einer großen Portion Eitelkeit zu tun. Mehr dazu lesen Sie hier.