Datum30.04.2026 16:13
Quellewww.zeit.de
TLDRNach einem Messerangriff in London plant die britische Regierung eine Investition von 25 Millionen Pfund zur besseren Sicherung jüdischer Einrichtungen. Innenministerin Shabana Mahmood bezeichnet Antisemitismus als dringlichstes Sicherheitsproblem. Die Maßnahmen umfassen zusätzliche Polizeistreifen und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen rund um Synagogen, Schulen und Gemeindezentren. Premierminister Keir Starmer betonte die Angst der jüdischen Gemeinschaft und den gemeinsamen Kampf gegen solche Vorfälle, wurde jedoch in London von Demonstranten ausgebuht, die der Regierung vorgeworfen, die jüdische Community unzureichend zu schützen.
InhaltMehr Polizeistreifen, ein schärferes Sicherheitskonzept: Jüdische Orte in Großbritannien sollen nach einer Anschlagsserie für 25 Millionen Pfund besser geschützt werden. Die britische Regierung will den Schutz jüdischer Einrichtungen im Land erheblich verstärken. Innenministerin Shabana Mahmood sagte, sie stufe den Antisemitismus im Land als Notfall und als dringlichstes Sicherheitsproblem ein, mit dem das Vereinigte Königreich konfrontiert sei. Ihre Aussage ist eine Reaktion auf den jüngsten Gewaltvorfall vom Mittwoch: In einem jüdisch geprägten Viertel im Nordwesten Londons waren zwei Männer bei einem Messerangriff schwer verletzt worden. Konkret will die Regierung um Premierminister Keir Starmer 25 Millionen Pfund (rund 29 Millionen Euro) in zusätzliche Polizeipatrouillen und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen investieren. Das soll die Sicherheit in der Umgebung von Synagogen, Schulen und jüdischen Gemeindezentren verbessern. Starmer besuchte am Donnerstag das Londoner Viertel Golders Green, wo sich der gewaltsame Vorfall am Mittwoch ereignet hatte. Zuvor hatte es ein Krisentreffen in Starmers Regierungssitz gegeben. Der Premierminister sprach von einem großen Gefühl der Angst unter Juden in Großbritannien, von Sorge um die Sicherheit und Fragen nach der eigenen Identität. "Wir stehen an der Seite unserer jüdischen Gemeinschaft, selbstverständlich. Aber es ist auch unser Kampf", sagte Starmer. "Es ist der Kampf aller in diesem Land, denn es geht darum, in was für einem Land wir leben wollen." In Golders Green wurde der Regierungschef von Demonstranten ausgebuht und als "Verräter" verunglimpft. Sie warfen Starmer und der Regierung vor, die jüdische Community angesichts einer Reihe von Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen zu wenig zu beschützen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.