Bildungsdebatte: Opposition kritisiert Kürzungen beim Fach Digitale Welt

Datum30.04.2026 15:59

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Opposition im hessischen Landtag kritisiert die Landesregierung für Kürzungen beim Pilotfach "Digitale Welt". Grünen, FDP und AfD werfen der CDU/SPD Bildungspolitik Realitätsferne und einen gefährlichen Sparkurs vor. Sie fordern eine feste Verankerung und finanzielle Absicherung des Faches, das Themen wie KI und Medienbildung behandelt. Das Kultusministerium plant, das Fach ins freiwillige Ganztagsangebot zu verlagern und Sonderzuweisungen für Lehrerstellen zu streichen, was die Opposition als Rückschritt und "Offenbarungseid" bezeichnet. Das Ministerium sieht darin hingegen eine Weiterentwicklung und Ausweitung des Angebots.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bildungsdebatte“. Lesen Sie jetzt „Opposition kritisiert Kürzungen beim Fach Digitale Welt“. Die Opposition im hessischen Landtag hat der schwarz-roten Landesregierung einen gefährlichen Sparkurs in der digitalen Schulbildung vorgeworfen. "Die Bildungspolitik von CDU und SPD befindet sich nicht im Stillstand – sie befindet sich im Rückwärtsgang", sagte der Grünen-Abgeordnete Daniel May in Wiesbaden. Das sei "realitätsvergessen und unverantwortlich".  "Während ganz Deutschland über die Gefahren von digitaler Gewalt und KI-Deep-Fakes diskutiert, wird ein innovatives und zukunftsträchtiges Schulfach zu Digitalisierung, KI und Medienbildung nicht ausgeweitet, sondern eingestampft", sagte er unter Bezug auf das Schulfach Digitale Welt.  Gegenwärtig nehmen 80 Schulen in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe mit zwei freiwilligen zusätzlichen Schulstunden pro Woche an dem Pilotversuch teil. Digitale Welt wird nach den Plänen des Kultusministeriums künftig als freiwilliges Angebot in den Ganztag verlagert. Im Mittelpunkt der Kritik der Opposition steht, dass für das Fach vom nächsten Schuljahr an weniger Geld zur Verfügung steht. Die sogenannte Sonderzuweisung an Lehrerstellen entfällt - also zusätzliche Stellen für Schulen, die das Fach anbieten. Ernst gemeinte digitale Bildung brauche einen festen Platz im Unterricht, forderte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Moritz Promny. "Sie muss verbindlich und verlässlich sein und mit den notwendigen finanziellen Mitteln hinterlegt werden." Die Verlagerung in den Ganztag sei mehr als eine bildungspolitische Fehlentscheidung. "Das ist ein Offenbarungseid", sagte Promny. Bildung sei keine Variable im Haushalt, die man je nach Kassenlage anpasst. Anstatt das Fach in unverbindliche Nachmittags-Arbeitsgruppen zu verschieben, sollte es durch einen verpflichtenden Informatikunterricht ab der Jahrgangsstufe 5 ersetzt werden, forderte der AfD-Abgeordnete Lothar Mulch. Kultusminister Armin Schwarz (CDU) entgegnete, die digitale Bildung sei ein wichtiges Thema an den Schulen. Nun werde ein "tolles Modell" weiterentwickelt und in die Fläche gebracht. Künftig könnte es an mehr als 600 Schulen angeboten werden, wenn sich die Schulen dafür entscheiden. © dpa-infocom, dpa:260430-930-16660/1