Datum30.04.2026 15:47
Quellewww.spiegel.de
TLDREine 19-Jährige wurde am Flughafen Bangkok mit 30 indischen Sternschildkröten unter ihrer Kleidung erwischt. Ihr verdächtiges Verhalten alarmierte Sicherheitsbeamte. Die unter Schutz stehenden Tiere sind im Haustierhandel begehrt, der Handel ist jedoch verboten. Eine Schildkröte überlebte den Schmuggelversuch nicht. Die Frau wird wegen Verstößen gegen das Artenschutzgesetz ermittelt. Tierschmuggel ist am Flughafen Bangkok ein wiederkehrendes Problem.
InhaltDie junge Frau bewegte sich bei der Sicherheitskontrolle seltsam, das machte das Personal misstrauisch: Eine Thailand-Reisende ist mit 30 Schildkröten am Körper erwischt worden. Nicht alle Tiere überlebten die Aktion. Eine 19-Jährige aus Taiwan ist mit einem ungewöhnlichen Schmuggelversuch am Flughafen Bangkok aufgeflogen. Die junge Frau hatte Dutzende lebende Schildkröten mit Klebeband an ihrem Körper fixiert. Die Passagierin wollte von Thailand aus zurück in die Heimat – dann aber wurden Sicherheitsbeamte auf ihr auffälliges Verhalten aufmerksam, wie die Zeitung "Bangkok Post" unter Berufung auf Wildtierinspektoren am Suvarnabhumi Airport berichtete. Bei einer genaueren Untersuchung entdeckten die Einsatzkräfte mehrere Stoffbeutel an ihrem Körper, in denen 30 unter Schutz stehende Indische Sternschildkröten (Geochelone elegans) versteckt waren. Der Handel mit den Tieren ist sehr lukrativ, aber verboten. Nach Angaben der Behörden war eine Schildkröte bereits tot. Die Tiere wurden sichergestellt, die Frau festgenommen. Medienberichten zufolge soll sie Flugbegleiterin für eine vietnamesische Fluggesellschaft sein. Gegen sie wird nun wegen Verstößen gegen das Artenschutzgesetz ermittelt. Geprüft wird zudem, ob die Frau zu einem Tierschmuggler-Netzwerk gehörte. Die Indische Sternschildkröte gilt als gefährdet. Sie ist im internationalen Artenschutzabkommen Cites gelistet. Wegen ihrer auffälligen Panzerzeichnung sind die Tiere im Haustierhandel sehr begehrt, was zu intensiver Wilderei führt. Zusätzlich setzen ihnen Lebensraumverlust durch Landwirtschaft und Besiedlung sowie der Verzehr in einigen Regionen zu. Den Verkaufswert der sichergestellten Tiere schätzte die Behörde auf insgesamt umgerechnet rund 7700 Euro. Am Flughafen Bangkok werden immer wieder Fälle von Tierschmuggel aufgedeckt. Im Februar 2024 wurde etwa ein Mann unter anderem mit Komodowaranen und Pythons im Gepäck festgenommen. Einen Monat später hatte eine Schmugglerbande gleich 87 Tiere dabei, unter anderem den stark gefährdeten Roten Panda sowie unter anderem 29 Schwarzkehlwarane, 15 Vögel und 21 Schlangen.