Attacke in Golders Green: Messerangreifer war Londoner Polizei bekannt

Datum30.04.2026 15:28

Quellewww.spiegel.de

TLDREin Messerangreifer attackierte in Golders Green gezielt jüdische Menschen, verletzte zwei Männer. Der Täter, dem britischen Radikalisierungsbekämpfungsprogramm "Prevent" bekannt, wurde von der Polizei gestoppt und festgenommen. Die Polizei ermittelt wegen eines Terrorakts. Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen und Brandanschläge auf jüdische Einrichtungen in London, bei denen eine Verbindung zum Iran geprüft wird.

InhaltEin Mann ist mit einem Messer offenbar gezielt auf jüdische Menschen in London losgegangen. Der Angreifer war dem britischen Programm zur Bekämpfung von Radikalisierung bekannt. Die Polizei ermittelt wegen eines Terroraktes. Am Mittwoch hatte ein Mann in einem jüdisch geprägten Viertel in London Menschen mit einem Messer attackiert. Dabei waren zwei jüdische Männer verletzt worden. Mittlerweile ist mehr über den mutmaßlichen Täter bekannt. Die britische Polizei teilte mit, dass der verdächtige Mann dem staatlichen Programm "Prevent" zur Bekämpfung von Radikalisierung bekannt war. Der 45-jährige britische Staatsbürger, der in Somalia geboren wurde, wurde im Jahr 2020 in einer "Prevent"-Meldung erwähnt. Der Fall wurde demnach noch im selben Jahr abgeschlossen, wie aus der Erklärung der Polizei hervorgeht. Die britische Polizei ermittelt wegen eines mutmaßlichen Terrorakts. Der ⁠Angreifer war am Mittwoch nach Polizeiangaben im Londoner Stadtteil ⁠Golders Green gezielt auf Juden losgegangen. Einsatzkräfte hätten den Mann mit einem Elektroschocker gestoppt. Dabei habe der Verdächtige versucht, auf die Beamten einzustechen, diese seien jedoch unverletzt geblieben. Auf nicht verifizierten Videos in den sozialen Medien war zu sehen, wie ein Mann mit Kippa an ‌einer Bushaltestelle attackiert wurde. Die beiden Opfer befanden sich der Polizei zufolge in stabilem Zustand im Krankenhaus. Nach Angaben des Londoner Polizeichefs Mark Rowley ist der Verdächtige in der Vergangenheit bereits durch schwere Gewalttaten aufgefallen und hat psychische Probleme. Auf einer Pressekonferenz erklärte Rowley, es handle sich um einen "entsetzlichen Gewaltakt", der sich gegen die jüdische Gemeinde gerichtet habe. Der britische Premierminister Keir Starmer ​verurteilte die Tat als "absolut entsetzlich". ‌Auch der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis mahnte, die Regierung müsse dem Hass mit mehr als nur Worten entgegentreten. Innenministerin Shabana Mahmood sprach von einem "abscheulichen" Angriff. Der Messerangriff ereignete sich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen in den vergangenen Wochen. So war es in London, insbesondere in Golders Green und in der Nähe der israelischen Botschaft, zu mehreren Brandstiftungen an jüdischen Einrichtungen und ‌Krankenwagen gekommen. Die Polizei nahm in diesem Zusammenhang im vergangenen Monat mehr als zwei Dutzend Personen fest. Sicherheitskreisen zufolge wird bei den Brandanschlägen eine mögliche Verbindung zu Iran geprüft. Die proiranische Gruppierung Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiyya bekannte sich in den sozialen Medien zu den neuen Angriffen, wie sie ‌es auch zu einigen der früheren Taten getan hatte.