Datum30.04.2026 15:13
Quellewww.spiegel.de
TLDRBetrüger versenden aktuell E-Mails im Namen von Finanzämtern, um Daten zu stehlen. Die Nachrichten locken mit vermeintlichen Steuererstattungen oder Rechnungen. Ziel ist es, Anmeldedaten sowie Konto- und Kreditkarteninformationen zu erbeuten. Die Steuerverwaltung verschickt grundsätzlich keine tatsächlichen Steuerdaten oder Rechnungen per E-Mail. Offizielle Benachrichtigungen fordern niemals sensible Informationen an. Sollten Sie solche E-Mails erhalten, ignorieren Sie sie und rufen Sie offizielle Webseiten manuell auf.
InhaltNachrichten vom Finanzamt wirken immer wichtig. Behörden warnen: Kriminelle nutzen diesen Mechanismus derzeit aus, um ihre Opfer abzuzocken. Ein paar einfache Grundlagen helfen, sich zu schützen. Eine E-Mail, die wichtige Unterlagen von einer Finanzbehörde enthalten soll? Die womöglich sogar eine Steuererstattung in Aussicht stellt? Das klingt wichtig, das will man genauer wissen. Genau diesen Wirkmechanismus nutzen Betrüger derzeit aus. Davor warnen sowohl die Verbraucherzentrale NRW e.V. als auch die Finanzbehörden auf dem Steuerportal Elster . Demnach verschicken die Unbekannten ihre Betrugs-E-Mails im Namen von Elster, einem Finanzamt oder des Bundeszentralamts für Steuern. Mit Betreffzeilen wie "Es wurde ein Differenzbetrag zu Ihren Gunsten festgestellt" werden beispielsweise gute Nachrichten in Form von Steuererstattungen in Aussicht gestellt. Im Fließtext werden die Nachrichten mit Themen wie "Offizielle Mitteilung zur Kontobestätigung" eingeleitet. Die Kriminellen locken die Empfänger ihrer Betrugs-Mails also mit einer vermeintlichen Belohnung. Das Finanzamt hat sich verrechnet. Zu Ihren Gunsten. Hurra! Wer würde das nicht gern mithelfen, die in Aussicht gestellte Summe auf sein Konto zu transferieren? In anderen Fällen wird aber auch eine angebliche Rechnung mitgeschickt. Immer aber gehe es den Täter darum, von den Geschädigten "Anmeldedaten sowie Konto- und/oder Kreditkarteninformationen" zu erbeuten. Deshalb werden die Adressaten dazu aufgefordert, etwa ihre Bankverbindung zu übermitteln. Der Link zu einem angeblichen Sicherheitsportal wird mitgeliefert. Dort soll man beispielsweise seine Kontodaten bestätigen, um eine Überweisung auszulösen. Wer das tut, hat schon verloren. Statt bei strebsamen Finanzbeamtinnen und -beamten landen Eingaben bei Abzockern, die die Daten im schlimmsten Fall verwenden, um damit größere Summen vom Konto des oder der Geschädigten abzubuchen. Das Steuerportal Elster weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Steuerverwaltung "grundsätzlich nur Benachrichtigungen, aber niemals die eigentlichen Steuerdaten oder Rechnungen in Form eines E-Mail-Anhangs" an Steuerzahler verschickt. Zudem werden in offiziellen E-Mails "niemals Informationen, wie die Steuernummer, Kontoverbindungen, Kreditkartennummern, PIN oder die Antwort auf Ihre Sicherheitsabfrage" angefordert. Ebenso wenig verschicken Finanzämter E-Mails, in denen mögliche Nachzahlungen oder Erstattungen in Aussicht gestellt werden. Die Verbraucherzentrale rät dazu, "solche Nachrichten zu ignorieren und unbeantwortet in den Spam-Ordner zu verschieben". Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ohnehin niemals auf Links in E-Mails klicken, auch wenn sie von einem vertrauenswürdigen Absender zu stammen scheinen. Stattdessen sollte man immer die Seite des angeblich hinter der Mail stehenden Unternehmens oder der Behörde manuell im Browser aufrufen und sich dort mit den eigenen Daten einloggen. Sollte Handlungsbedarf bestehen, wird man das dort auch direkt erfahren.