Datum30.04.2026 14:11
Quellewww.zeit.de
TLDRCSU-Chef Markus Söder rät zur Gelassenheit angesichts der Truppenabzugs-Drohung Trumps. Er hofft auf eine Stärkung der US-Präsenz in Deutschland, das als strategisch wichtiger Stützpunkt diene, unter anderem für das Training ukrainischer Soldaten. Ein Abzug wäre weder im deutschen noch im US-Interesse. Trump drohte jüngst erneut mit Truppenreduzierungen, nachdem er CDU-Chef Merz für dessen kritische Äußerungen zur Iran-Politik der USA kritisiert hatte.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Militär“. Lesen Sie jetzt „Söder zu Trump-Drohung: "Wir sollten alle cool bleiben"“. Nach der Drohung von Präsident Donald Trump zum Abzug von US-Soldaten aus Deutschland empfiehlt CSU-Chef Markus Söder allen Beteiligten mehr Gelassenheit. "Ich hoffe sehr, dass der US-Präsident weiter im Interesse der eigenen Streitkräfte handelt und die Präsenz in Deutschland stärkt. Mein Wunsch: Wir sollten alle cool bleiben. Die amerikanischen Streitkräfte fühlen sich sehr wohl in Deutschland", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild"-Zeitung. Ein US-Truppenabzug wäre - so Söder weiter - weder im deutschen Interesse noch im Interesse der Vereinigten Staaten. "Deutschland ist ein zentraler strategischer Stützpunkt für die US-Streitkräfte in aller Welt. Mit Grafenwöhr haben wir in Bayern den größten Truppenübungsplatz in ganz Europa. Hier werden auch ukrainische Soldaten trainiert, die sich erfolgreich gegen die russische Übermacht wehren." US-Präsident Donald Trump hatte zuvor zum wiederholten Male mit einem Abzug von US-Soldaten aus Deutschland gedroht. Konkret prüften die USA eine mögliche Reduzierung ihrer Truppen. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", hatte Trump am Dienstag auf Truth Social mit Blick auf den CDU-Vorsitzenden geschrieben. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!". Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge. © dpa-infocom, dpa:260430-930-15852/1