Arbeitslosigkeit: Jobangebote: Ältere und Langzeitarbeitslose haben Probleme

Datum30.04.2026 12:40

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Frühjahrsbelebung auf dem Thüringer Arbeitsmarkt fällt schwach aus. Die Arbeitslosigkeit stagniert, insbesondere ältere (ab 50) und Langzeitarbeitslose finden schwer wieder in Beschäftigung. Regionale Unterschiede sind ausgeprägt, Gera und Altenburger Land weisen die höchsten Quoten auf. Die geringe Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes wird durch schwache Konjunktur und steigende Kosten verursacht. Der DGB fordert aktive Industriepolitik.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeitslosigkeit“. Lesen Sie jetzt „Jobangebote: Ältere und Langzeitarbeitslose haben Probleme“. Die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt fällt in Thüringen in diesem Jahr schwach aus. Im April sank die Arbeitslosigkeit im Freistaat nur leicht. 71.417 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 825 Personen weniger als im März, aber 758 mehr als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,5 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vormonats. Im April 2025 hatte die Quote bei 6,4 Prozent gelegen. Vor allem Arbeitnehmer im Alter ab 50 Jahren sowie Langzeitarbeitslose haben es schwer, bei Arbeitslosigkeit einen neuen Job zu finden. Arbeitssuchende im Alter ab 50 stellen etwa ein Drittel der Arbeitslosen, ein weiteres Drittel Menschen, die bereits länger als ein Jahr ohne reguläre Beschäftigung sind. Innerhalb eines Monats stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um ein Prozent, so die Regionaldirektion.  Eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit wiesen im April erneut die Stadt Gera und das Altenburger Land mit Quoten von 10,5 und 9,1 Prozent aus. Auch Teile Nordthüringens, darunter der Kyffhäuserkreis mit 8,3 Prozent und der Kreis Nordhausen mit 8,0 Prozent, gehörten dazu.  Besser sah es wie in der Vergangenheit oft im Eichsfeld sowie in großen Teilen Südthüringens aus - Thüringens traditionelle Pendlerregionen nach Niedersachsen sowie Bayern. Die niedrigste Arbeitslosenquote hatten das Eichsfeld mit 4,3 Prozent und der Kreis Hildburghausen mit 4,7 Prozent.  "Zwar sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Zuge der Frühjahrsbelebung, doch saisonbereinigt erkennen wir keine echte Verbesserung", sagte der Chef der Regionaldirektion, Markus Behrens. Als Warnsignal bezeichnete er die weitere Zunahme der Langzeitarbeitslosen.  Insgesamt bleibe die Zahl der Neueinstellungen verhalten. Behrens: "Dies unterstreicht die geringe Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes." Gründe seien die schwache Konjunktur und die Unsicherheit der Unternehmen vor allem über die Entwicklung von Energiepreisen und anderen Kosten.  Der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, sieht eine schwierige Situation am Arbeitsmarkt. Grund sei der Strukturwandel in vielen Wirtschaftsbereichen. "Hinzu kommen immer neue internationale Krisen, die eine Erholung der Konjunktur verhindern." Rudolph warnte in dieser Situation vor einem "Angriff auf den Sozialstaat". Die Politik wäre gut beraten, wenn sie gemeinsam mit den Sozialpartnern eine aktive Industriepolitik entwickle. Die Arbeitsagenturen registrierten im April in Thüringen 68 Anzeigen auf Kurzarbeit, von der rund 1.000 Beschäftigte betroffen waren. Schwerpunkte seien die Metallindustrie, der Hochbau sowie Möbelhersteller.  Im April wurden insgesamt 3.308 freie Stellen von Thüringer Betrieben neu gemeldet. Das waren 5,3 Prozent weniger Stellen als im März und 5,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. © dpa-infocom, dpa:260430-930-14045/2