Datum30.04.2026 11:24
Quellewww.spiegel.de
TLDRIm australischen Outback wurde die Leiche der vermissten Fünfjährigen Sharon Granites gefunden. Die Polizei geht von einer Entführung aus und ermittelt gegen einen 47-jährigen Mann mit Gewaltdelikten in der Vergangenheit, der sich im Haus des Mädchens aufhielt. Eine großangelegte Suchaktion unter Beteiligung von Hunderten Einsatzkräften und Freiwilligen war zuvor erfolglos. Das Motiv ist unklar, die Ermittler bitten die Familie des Verdächtigen um Mithilfe.
InhaltDie Ermittler sprechen von einer "erschütternden Entwicklung": Bei der Suche nach der vermissten Sharon Granites ist eine Mädchenleiche gefunden worden. Im Fokus steht nun ein 47 Jahre alter Mann. Die Polizei im australischen Alice Springs geht nach tagelanger Suche davon aus, dass sie die Leiche der vermissten fünfjährigen Sharon Granites gefunden hat. Der Leichenfund sei eine "erschütternde Entwicklung", sagte Polizeikommissar Martin Dole auf einer Pressekonferenz. Am Freitag solle eine Obduktion vorgenommen werden, sagte Dole. Seit dem Wochenende hatte die Polizei im Outback rund um die nordaustralische Kleinstadt Alice Springs intensiv nach dem Mädchen gesucht. Die kleine Sharon war in der Nacht zu Sonntag aus einem Haus im sogenannten Old Timers Town Camp am Stadtrand verschwunden. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass das Kind entführt wurde. Im Fokus steht ein 47-jähriger Mann, der sich zur Tatzeit ebenfalls in dem Haus in der indigenen Siedlung aufgehalten haben soll und erst wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden war. Nach Angaben der Polizei hatte er eine rund 18-monatige Haftstrafe wegen schwerer Gewaltdelikte verbüßt. Er soll eine "lose Verbindung" zur Familie des Kindes gehabt haben. Zuletzt wurde er laut Ermittlern dabei beobachtet, wie er das Kind am späten Samstagabend an der Hand hielt. Das Motiv der Tat ist weiterhin unklar. In Richtung der Familie des 47-Jährigen sagte Polizeikommissar Peter Malley: "Wir glauben, dass er dieses Kind ermordet hat. Helfen Sie ihm nicht. Bringen Sie ihn zur Polizeiwache, wir kümmern uns um ihn." In der abgelegenen Wüstenregion lief eine groß angelegte Suchaktion. Hunderte Einsatzkräfte durchkämmten gemeinsam mit Freiwilligen ein unwegsames Gebiet aus dichtem Buschland – zu Fuß, mit Geländemotorrädern, Pferden, Drohnen und Hubschraubern. Auch erfahrene indigene Fährtensucher waren im Einsatz. Alice Springs liegt im sogenannten "Roten Zentrum" Australiens, nahezu exakt in der geografischen Mitte des Kontinents im Northern Territory. Die abgelegene Wüstenstadt im Outback ist von großen Distanzen geprägt: Die nächsten Großstädte, Adelaide im Süden und Darwin im Norden, sind jeweils mehr als 1000 Kilometer entfernt. Dutzende Freiwillige unterstützten die Suche, lokale Organisationen koordinierten die Einsätze. Die Familie des Mädchens wird von einem Krisenteam betreut.