Datum30.04.2026 09:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Sekthersteller Rotkäppchen-Mumm in Freyburg ist von einem Warnstreik betroffen. Die Gewerkschaft NGG ruft für heute die rund 200 Beschäftigten zum Arbeitskampf auf. Hintergrund ist das unzureichende Angebot der Arbeitgeber in der Tarifrunde der ostdeutschen Ernährungsindustrie, das nur eine marginale Lohnerhöhung vorsieht. Die NGG fordert eine Angleichung der Löhne an westdeutsche Standards, um die Lohnunterschiede zu verringern. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für morgen angesetzt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tarifkonflikt“. Lesen Sie jetzt „Warnstreik bei Rotkäppchen-Mumm – Lohnstreit spitzt sich zu“. Im Tarifkonflikt der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt kommt es erstmals zu einem Warnstreik beim Sekthersteller Rotkäppchen-Mumm. Beschäftigte am Standort Freyburg sollen heute zeitweise die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilte. Damit erreicht der Arbeitskampf eines der bekanntesten Unternehmen des Landes. Bei Rotkäppchen in Freyburg sind nach Gewerkschaftsangaben rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die NGG weitet ihre Warnstreiks zugleich auf weitere Betriebe aus. Bereits seit Mittwoch wird demnach in Werken der Schwarz-Gruppe sowie in einem Backwarenbetrieb in Halle die Arbeit niedergelegt. Hintergrund ist das bisherige Angebot der Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde. Dieses sieht nach Gewerkschaftsangaben zunächst eine Lohnerhöhung von 2,8 Prozent im Jahr 2026 vor. Die NGG kritisiert dies als unzureichend und verweist auf weiterhin deutliche Unterschiede zu westdeutschen Standorten. Für Fachkräfte bei Rotkäppchen würde die Erhöhung laut Gewerkschaft rund 86 Euro betragen. In einem westdeutschen Betrieb des Konzerns steigen die Löhne demnach um 101 Euro. Der monatliche Abstand liege bereits bei rund 800 Euro und könnte sich weiter vergrößern, hieß es. NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig forderte eine Angleichung der Löhne und warnte vor einer weiteren Eskalation. Sollten sich die Arbeitgeber nicht bewegen, seien längere Arbeitskämpfe möglich. Am Donnerstag ist die dritte Verhandlungsrunde in dem Tarifkonflikt angesetzt. © dpa-infocom, dpa:260430-930-13708/1