Hochschulpolitik: Analyse: AfD-Pläne bedrohen Autonomie der Hochschulen

Datum30.04.2026 09:05

Quellewww.zeit.de

TLDREine Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung warnt vor gravierenden Folgen, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt die Hochschulpolitik bestimmen. Die Pläne der Partei würden die Hochschulautonomie, Wissenschaftsfreiheit und institutionelle Handlungsfähigkeit erheblich einschränken. Kritisiert werden die geplante Abschaffung interner Mitspracherechte, die Abkehr vom Bologna-System sowie die Einflussnahme auf Forschung und Lehre. Die Experten sehen dadurch die Studienbedingungen gefährdet und die Abwanderung qualifizierter Forscher begünstigt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hochschulpolitik“. Lesen Sie jetzt „Analyse: AfD-Pläne bedrohen Autonomie der Hochschulen“. Würde die AfD in Sachsen-Anhalt die Hochschulpolitik maßgeblich bestimmen, hätte das einer Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung gravierende Folgen. "Die hochschulpolitischen Vorstellungen der AfD Sachsen-Anhalt würden Hochschulautonomie, Wissenschaftsfreiheit und institutionelle Handlungsfähigkeit der Hochschulen des Landes erheblich einschränken", so das CHE. Studienbedingungen würden verschlechtert und die Abwanderung qualifizierter Forscher begünstigt. Die Experten bezogen parlamentarische Initiativen der AfD-Landtagsfraktion sowie Passagen des kürzlich beschlossenen Regierungsprogramms des AfD-Landesverbandes in die Untersuchung ein. Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung bezeichnet sich als gemeinnützigen und politisch unabhängigen Think-Tank für die Hochschullandschaft. In Sachsen-Anhalt gibt es zwei Universitäten in Halle und Magdeburg sowie fünf staatliche Hochschulen. Die AfD plane die Abschaffung interner Mitspracherechte etwa für Studierende und fordere die Abkehr vom Bologna-System mit international anschlussfähigen Abschlüssen. Sie wolle Einfluss nehmen auf Forschungsschwerpunkte, Lehrangebote und Mittelverteilungen. Außerdem würde die AfD nach Einschätzung des CHE in die Ergebnisoffenheit wissenschaftlicher Arbeit eingreifen. "Gefördert würden vor allem diejenigen Ansätze, die politisch erwünscht sind; unter Druck gerieten jene, die von der AfD als "ideologisch" markiert werden." "Die Hochschulpolitik der AfD Sachsen-Anhalt will den Rückwärtsgang einlegen. Damit würden die Hochschulen wieder im letzten Jahrhundert landen", erklärte Ulrich Müller, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter politische Analysen beim CHE.  "Aber in einer Gegenwart, die von Umbrüchen und globalen Herausforderungen geprägt ist, sind überholte Konzepte der Vergangenheit und übergriffige ideologische Einflussnahme die falsche Antwort." Das CHE empfiehlt, politische Entwicklungen stärker im Risikomanagement zu berücksichtigen, juristische Vorsorge zu treffen und abgestimmt zu handeln. Außerdem komme es auf gute Wissenschaftskommunikation an, um die gesellschaftliche Legitimierung von Hochschulen zu stärken.  Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Derzeit liegt die AfD in Umfragen mit knapp 40 Prozent als stärkste Kraft deutlich vor der CDU. Die AfD formuliert das Ziel, künftig allein regieren zu wollen. © dpa-infocom, dpa:260430-930-13746/1