Datum30.04.2026 09:07
Quellewww.zeit.de
TLDRDas sinkende Briefgeschäft in Deutschland belastet das Quartalsergebnis der DHL Group. Geringere Briefmengen, gestiegene Kosten und ein Rückgang im Frachtgeschäft durch internationale Konflikte konnten durch mehr Paketvolumen und Preiserhöhungen nicht vollständig ausgeglichen werden. Das weltweite Geschäft, insbesondere das Express-Segment, entwickelte sich besser und stützt die positive Jahresprognose. Der Konzern setzt weiterhin auf Kostensenkungsprogramme.
InhaltIn Deutschland werden immer weniger Briefe verschickt. Laut den Quartalszahlen der DHL Group kann das auch nicht durch mehr versandte Pakete ausgeglichen werden. Das Quartalsergebnis der DHL Group wird durch sinkende Briefmengen in Deutschland geschmälert. Der Konzern teilte mit, dass sich das Briefgeschäft im ersten Quartal "wie erwartet rückläufig und ergebnisbelastend" entwickelt habe. Dass mehr Pakete verschickt wurden, habe die rückläufigen Briefmengen und die gestiegenen Transport- und Personalkosten nicht vollständig ausgleichen können. Das operative Ergebnis aus dem Brief- und Postgeschäft in Deutschland, also der Gewinn vor Steuern und Zinsen, sank gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Prozent. 2025 hatte der Konzern erstmals in seiner Geschichte mehr Umsatz mit Paketen als mit Briefen gemacht. Das weltweite Geschäft der DHL Group läuft dagegen besser. Insgesamt stieg das operative Ergebnis um 8,3 Prozent auf fast 1,5 Milliarden Euro, unter anderem durch Preiserhöhungen und ein Sparprogramm. Die Prognose für 2026 bekräftigte der Konzern. "Nach den ersten drei Monaten sind wir auf einem guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen", sagte Konzernchef Tobias Meyer. "Trotz blockierter Seewege und gesperrter Lufträume halten wir die Lieferketten unserer Kunden am Laufen." Der Konzern erwartet im laufenden Jahr damit weiter unter anderem ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro. Im internationalen Express-Geschäft, dem größten Umsatzbringer des Konzerns, konnte DHL den Gewinn bei einem leichten Umsatzrückgang steigern. Dabei halfen auch Preiserhöhungen. Spuren der Folgen des Irankriegs zeigten sich indes in den Zahlen der DHL-Frachtsparte. Hier gaben Umsatz und operativer Gewinn deutlich nach. DHL hatte im vergangenen Jahr rund 16.000 Stellen abgebaut, Ende 2025 beschäftigte der Konzern noch knapp 584.000 Menschen. Insgesamt sollen die Kosten konzernweit bis 2027 um mehr als eine Milliarde Euro gesenkt werden. Auch im deutschen Geschäft mit Briefen und Paketen hatte Meyer Stellen abgebaut.