Reporter ohne Grenzen: Deutschland rutscht auf Rangliste der Pressefreiheit um drei Plätze ab

Datum30.04.2026 07:17

Quellewww.zeit.de

TLDRReporter ohne Grenzen meldet einen Abstieg Deutschlands auf Platz 14 der Pressefreiheitsrangliste. Journalisten sehen sich vermehrt Bedrohungen und Druck ausgesetzt, insbesondere bei kontroversen Themen wie Extremismus und dem Nahen Osten. Ein "aufgeheiztes Klima" und Hass im Netz erschweren die Arbeit. Weltweit verschärft sich die Lage der Pressefreiheit dramatisch, nur noch sieben Länder werden als "gut" eingestuft.

InhaltReporter ohne Grenzen sieht die Pressefreiheit in Deutschland unter Druck und bemängelt ein "aufgeheiztes Klima". In nur sieben Ländern ist die Lage demnach "gut". Die Pressefreiheit in Deutschland ist weiterhin unter Druck. Auf der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (RSF) hat sich die Bundesrepublik erneut verschlechtert und liegt nun auf Platz 14 – drei Ränge schlechter als im Vorjahr. Journalisten sehen sich laut dem Bericht zunehmend Bedrohungen im Netz und auf der Straße ausgesetzt. "Dass Deutschland erneut Plätze verliert, ist auch Ausdruck eines aufgeheizten Klimas", sagte Christian Mihr, RSF-Geschäftsführer für Politik und Strategie. Viele Journalistinnen und Journalisten berichten Mihr zufolge von "starkem Druck, hitzigen Debatten und der Sorge, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden", etwa bei der Berichterstattung über rechtsextreme Milieus oder den Krieg im Nahen Osten. RSF spricht von einem raueren Arbeitsklima und erschwerten Bedingungen in Redaktionen. Viele Medienschaffende beobachten demnach Hass, Diffamierung und einen Vertrauensverlust gegenüber Medien. Insgesamt sei die Lage in Deutschland damit nur "zufriedenstellend", schreibt RSF. Auch weltweit hat sich die Situation der Pressefreiheit den Angaben zufolge weiter verschlechtert. Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste fallen demnach mehr als die Hälfte aller untersuchten Länder und Territorien in die Kategorien "schwierig" oder "sehr ernst". In nur noch sieben Ländern sei die Lage "gut". Mihr sprach von einem "dramatischen Befund". Lediglich einer von 100 Menschen weltweit könne sich durch eine vielfältige und gesunde Medienlandschaft informieren. Diese Nachricht wird weiter aktualisiert.