Datum30.04.2026 07:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Detektivspiel „The Darkest Files“ wurde zum besten deutschen Computerspiel 2026 gekürt und erhielt zudem eine Auszeichnung als bestes Serious Game. Die Spieler:innen schlüpfen in die Rolle einer Staatsanwältin, die NS-Verbrechen in der Nachkriegszeit aufklärt. Der Deutsche Computerspielpreis zeichnet jährlich die besten nationalen Produktionen aus und gilt als wichtigster Preis der deutschen Games-Branche. Weitere prämierte Spiele sind „Anno 117: Pax Romana“ und „Tiny Bookshop“.
InhaltSpielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle einer Staatsanwältin und bringen in der Nachkriegszeit NS-Verbrechen vor Gericht. Dafür gab es von der Jury des Computerspielpreises den ersten Platz. Das Detektivspiel "The Darkest Files" ist das beste deutsche Computerspiel 2026. Das Berliner Entwicklungsstudio Paintbucket Games gewann beim Deutschen Computerspielpreis in München in der mit 100.000 Euro dotierten Hauptkategorie – und heimste zudem 40.000 Euro für den Gewinn in der Kategorie "Bestes Serious Game" ein. Der Deutsche Computerspielpreis gilt als wichtigster Preis für die deutsche Games-Branche, in den 15 Kategorien werden Preisgelder von insgesamt 800.000 Euro vergeben. In "The Darkest Files" schlüpfen die Spielerinnen und Spieler in die Rolle einer Staatsanwältin und bringen in der Nachkriegszeit NS-Verbrechen vor Gericht. Nominiert für den Hauptpreis und somit ebenfalls mit Preisgeld bedacht waren zudem "Anno 117: Pax Romana" und "Tiny Bookshop". Die historische Städtebau-Simulation von Ubisoft Mainz setzte sich auch in der Kategorie "Beste Innovation & Technologie" durch, während das "Cozy"-Game vom Entwickler Neoludic Games sich die Auszeichnung "Nachwuchspreis Bestes Debüt" sicherte. Das Spiel "The Berlin Apartment" von Blue Backpack über die Geschichte der Hauptstadt konnte ebenfalls in zwei Kategorien überzeugen und bekam die Auszeichnungen für die "Beste Story" sowie das "Beste Grafikdesign". Die Trophäe für das "Studio des Jahres" ging an Weltenbauer Software Entwicklung aus Wiesbaden. Mit dem Sonderpreis der Jury wurde der Forschungsverbund RadiGaMe geehrt, der sich für Extremismusprävention in digitalen Räumen engagiert und die Instrumentalisierung von Gaming-Plattformen durch extremistische Propaganda untersucht. Die Bundesregierung vergibt den Deutschen Computerspielpreis gemeinsam mit dem Verband der deutschen Games-Branche game alljährlich an die aus Jurysicht besten Spiele des Landes. In den nationalen Kategorien können deshalb nur Produktionen eingereicht werden, die zu mindestens 80 Prozent in Deutschland entwickelt wurden. Wie eine von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Game-Chef Felix Falk im Januar vorgestellte Studie ergab, arbeiteten 2024 in Deutschland rund 14.800 Menschen bei Spieleentwicklern, Produzenten und Dienstleistern, die sich mit Games beschäftigen. Das waren 20 Prozent mehr als 2018. Sie bekamen 3,73 Milliarden Euro in die Kassen, was 22 Prozent mehr waren als sechs Jahre zuvor. Die Zahl der Unternehmen verdoppelte sich in diesem Zeitraum fast von 523 auf 948. Der Markt ist sehr kleinteilig strukturiert: Etwa drei Viertel der Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nur zehn Prozent mehr als 50. Trotz der Fortschritte nimmt Deutschland als Entwicklungs- und Produktionsstandort auf internationalem Parkett weiterhin nur eine Nebenrolle ein. Wie aus der Studie weiter hervorging, spielen die Gamer in Deutschland vor allem Spiele aus Nordamerika, aus Asien und dem Rest Europas. Von 100 Euro, die hierzulande für Computer- oder Videospiele ausgegeben werden, entfallen nur 5,5 Prozent auf Spiele aus Deutschland.